TSG Kleinostheim - Ausdauersport

 

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Startseite - September 2008

24.09.2008 TSG-Trio gewinnt in Goldbach die Teamwertung mit 35 Minuten Vorsprung
Die Goldbacher Meile ist nichts für Zeitenjäger. Der wirklich anspruchsvolle Landschafts-Halbmarathon lässt mit seinen 440 Höhenmetern bei den Crossern nichts zu wünschen übrig. Die Asse drückten am Sonntag mächtig auf die Tube und sorgten sogar für einen neuen Streckenrekord. Unser Team kam spätestens in Steinbach ohne Wegweiser aus, denn ein großer Teil des ausgewählten Kurses führt über unsere dienstägliche Lauftreffrunde. Einziger Unterschied dürfte das gewählte Tempo gewesen sein. Auf den dritten Gesamtrang schaffte es Uwe in 1:20:41h. Mit ihm zusammen erkämpften sich Thomas (5.ges./2.M35 in 1:23:46h) und Bernie (12.ges./2.M45 in 1:31:09h) einen unwahrscheinlich deutlichen Sieg in der Mannschaftswertung. Sie waren sage und schreibe 35 Minuten schneller als das nächste Trio und demonstrierten eindrucksvoll ihre derzeitige Teamstärke. Letztgenannter wollte eigentlich nur ohne Schmerzen laufen. Er reiste nämlich, nach seinem 25-jährigen Klassentreffen am Vorabend, mit etlichen Weizen im Gepäck an. "Doch es lief dann erstaunlich gut und ich hatte einen schönen, schmerzfreien Trainingslauf", spricht der M45er offen über seine persönlichen Defizite. Es soll übrigens Funktionäre geben, die in vergleichbaren Situationen nach Dopingkontrollen riefen. Die nächsten Drei aus unserem Team belegten immerhin noch Platz vier im Reigen der insgesamt 22 teilnehmenden Mannschaften. Jörg, unser neuer Mann aus Kahl, führte sie in ordentlichem Tempo an. Auch er sprang mit Platz zwei aufs Treppchen in der AK M30, nach einer achtbaren Zeit von 1:34:56h. Im Übrigen sind es die gleichen Platzierungen wie aus dem Vorjahr, allerdings in komplett anderer Besetzung. Heraus ragen die auf dem selektiven Crosskurs erarbeiteten Platzierungen und Zeiten unserer Damen. Mit Raileen (1:42:10h) und Doris (1:49:22h) erreichten wir zwei Siege in den Altersklassen W35 und W50. Über die kürzere Crossrunde (5400m) und den 1200m langen Schülerlauf brachten wir ausnahmslos junge Damen an den Start, mit beachtlichen Platzierungen. Außerdem besorgte sich das leistungsmäßig sehr harmonische Trio über 5400m den vierten Platz in der Teamwertung. Bemerkenswert dabei ist, dass sich die vor ihnen liegenden Mannschaften - mit einer einzigen Ausnahme - aus Jungs zusammen setzen. Die beiden Fotos, für die wir uns herzlich bedanken, stammen aus dem Sortiment des Main-Echo. Dort liegt eine umfassende Serie zur Einsicht bereit. Die Ergebnisliste ist selbstredend.

24.09.2008 Tobias gewinnt den Halbmarathon beim Jog 'n Rock mit Streckenrekord
Ideales Läuferwetter hatte Tobias am Sonntagmorgen in Bensheim. Kein Wind, angenehme Temperaturen und trocken wars. "Von dieser Seite gab es also schon mal keine Ausreden", meinte unser Freund, der sich in ganz guter Verfassung wähnte. Seine im Training erzielten Zeiten stimmten auch, also konnte die Jagd auf eine neue Bestzeit eröffnet werden. Punkt 10:00 Uhr wurde er zusammen mit knapp 850 Halbmarathon- und 10km-Läufern auf die Strecke geschickt. "Durch den gemeinsamen Start hatte ich die Hoffnung, wenigstens auf der ersten Runde noch eine kleine Gruppe um mich zu haben". Aber nach weniger als drei Kilometern trabte der Rekordjäger recht einsam quer durch Bensheim. Immerhin konnte der Radbegleiter mithalten. Das Tempo passte von Anfang an sehr gut. 17:00min nach fünf und ebenso starke 34:00min nach zehn Kilometern, das passte exakt in sein ehrgeiziges Konzept. Die erste Runde war um und der Zielsprecher feierte ihn schon als Sieger, bevor er merkte, dass Tobi in die zweite Runde einbog. Freundin Simone erzählte ihm später, dass die beiden Streckensprecher seine Zielzeit tippten: Mit 1:12:47h und 1:12:17h lagen sie gar nicht mal so schlecht. Kilometer fünfzehn ging nach 51:03min durch, das Tempo blieb weiterhin auf konstant hohem Niveau. In jeder Runde waren zwei Brücken zu überqueren und zwei 180° Wenden mit einer Menge eckiger Kurven zu überstehen. Zusätzlich ging es auf eine Schleife, in der zweimal eine Unterführung passiert werden musste. "Als richtig schnell würde ich die Strecke nicht bezeichnen", erzählt unser Teamkollege, der langsam bemerkte, dass er im Tempo etwas nachließ. "Ich versuchte immer wieder etwas Gas zu geben, verlor aber bis ins Ziel doch noch Zeit". Letztendlich blieb die Uhr bei 1:12:28h stehen. Die Zeit lag 25 Sekunden unter seiner Bestzeit, die er im letzten Jahr auf der schnellen Schottener Strecke gelaufen ist. Die Form für den Essen Marathon scheint also zu stimmen und seine Bestmarke (2:31:52h) könnte bei guten Bedingungen fallen. Die Bensheimer sahen einen zufriedenen und zuversichtlichen Tobias Hegmann, der das Rennen mit fast acht Minuten Vorsprung gewann und den alten Streckenrekord vergessen ließ. Als Belohnung erhielt er ein Erdinger Glas mit drei Litern Füllung. Prost! Sein Teamkollege Norbert bewegte sich auch in dieser Woche wieder im Läuferpulk über 21,1km. Er verbindet klugerweise die langen Trainingsläufe mit adäquaten Wettkämpfen. Auf dem Weg zum Athen Marathon legte er merklich an Tempo zu und erhöhte, im Vergleich zum Miltenberger Lauftag letzte Woche, die Geschwindigkeit durchgängig um acht Sekunden pro Kilometer. Er passierte nach 1:41:08h die Bensheimer Ziellinie. Hier die Ergebnisliste mit dem Link zum Veranstalter.

22.09.2008 Beim Hugenottenlauf gabs nur zufriedene Gesichter
Dreizehn Teammitglieder testeten gestern in Neu-Isenburg ihre aktuelle Form. Fünf Frauen und acht männliche TSGler nahmen sich - unterschiedlich motiviert - den Halbmarathon das 10km-Rennen vor. Die erzielten Resultate wurden durchgängig gelobt, fünf neue persönliche Bestzeiten sind ja auch was. Bei solchen geballten Erfolgen fragt man zuerst mal nach den Streckenlängen. Doch die sind ok, weil offiziell durch den DLV vermessen. Die Strecken sind flach und jeder Kilometer ist exakt markiert. So muss es sein, wenn sich insgesamt weit über 2000 Läuferinnen und Läufer über diese beiden Hauptläufe verteilen. Ganz vorne auf Platz 20 im riesigen HM-Feld von fast 1500 Finishern und Platz zwei seiner Altersklasse landete Trainer Wolfi, sozusagen als Vorbild seiner vielen Schäflein, die - nach den jeweiligen Vorgaben - so nach und nach im Ziel eintrafen. Was seine Zeit von 1:22:18h genau aussagen soll, kann ich aus der Entfernung nicht sagen. Ich würde daraus gerne seine Marschrichtung für Frankfurt ablesen. Als Wolfi bei seinem letzten AK-Wechsel 2003 über 42,195km so richtig auftrumpfte, wurde er gleich Bayerischer Meister. Es würde tatsächlich Sinn machen, jetzt einen neuen Anlauf zu nehmen! Mit seinem schnellen Lauf überraschte sich Martin selbst. Er konnte es gar nicht fassen, dass er sich trotz erheblich reduzierter Trainingskilometer um ganze drei Minuten auf der HM-Distanz verbessert. Die 1:34:03h schreibt er seiner herausragenden Grundlage aus dem Ironman-Training zu. "Trotz deutlich geringerer Umfänge scheint sich das jetzt auszuzahlen", folgert er vermutlich richtig und blickt in die Zukunft: "inzwischen habe ich Blut geleckt, vielleicht werde ich doch noch beim Ffm-Marathon melden". Siehste, Erfolg macht Mut. Sehr mutig und selbstbewusst spulte Andreas sein Pensum herunter. Sein ehrgeiziges Trainingsprogramm verriet schon länger, dass es bald mal wieder krachen muss. Über zwei Minuten war er schneller - und endlich unter 1:40h, einfach klasse. "Gestern war quasi die Generalprobe für den Frankfurt Marathon" verriet Thomas, für den in Iseborsch alles nach Plan lief. Er wollte seine Zeit vom ersten HM toppen - und das gelang ihm in 1:41:38h eindrucksvoll. Er konnte auf der für ihn idealen Strecke die zweite Hälfte etwa in 4:45min/km durchlaufen und "bei Kilometer 18 konnte ich sogar noch mal Druck auf die Beine ausüben". Hinterher haderte er mit sich, weil er nicht schon früher mit höherem Tempo durchgestartet ist. "Immerhin bin wieder um eine Erfahrung reicher und freue mich jetzt auf meinen ersten Marathon, den ich auf jeden Fall unter 4:00h laufen möchte". Lieber Thomas, dieses Ansinnen wirst du mit deinem Trainer nochmal überdenken. Dein Potenzial - verbunden mit dem richtigen Plan für die nächsten fünf Wochen - macht eine Zeit um 3:39h und nicht mehr!

Ingrid und die Pulswerte: immer exakt!
Bis auf die letzten Meter liefen Eckhard und Ingrid zusammen. Für die ambitionierte Gattin des oben gelobten Trainers galt die strenge Vorgabe, genau nach Puls zu laufen. Während des Rennens fragte ihr interessierter Tempogenosse immer wieder nach ihren Pulswerten. Und jedesmal war die knappe aber präzise Antwort die gleiche: "exakt"! Ingrid befindet sich in aufsteigender Form, konnte sich an ihre persönliche Bestzeit aber gar nicht mehr erinnern. Hier helfe ich gerne nach. Vor mehr als sieben Jahren lief sie mal eine halbe Minute schneller. Wünschen wir ihr, dass sie jetzt gesund bleibt und auf ihren Trainer hört, dann geht alles wie von selbst. Hinter diesem harmonischen Pärchen formierte sich mit Birgit und Uwe ein weiteres gemischtes Doppel. Der junge Mann nahm gerne die Dienste unserer Pressechefin in Anspruch; sie sollte ihn zu einer neuen Bestzeit führen. Als Vorgabe galt für ihn eine Marschroute von 167 Pulsschlägen - und kein Schlag mehr. "Anfangs mussten wir das Tempo immer wieder neu anpassen und leicht zurückschrauben, doch ab Kilometer 15 war der Weg frei", erklärt Birgit den Einstieg und die Rennentwicklung. Das für sie recht angenehme Tempo, insbesondere auf den ersten Kilometern, gab ihr rein zufällig die Gelegenheit zu einem kleinen Interview. Sie sprach mit Dieter Baumann, dem 5000m Olympiasieger von 1992, der für die Zeitschrift Stern das Projekt New York Marathon leitet und einen Trupp hübscher Mädchen mit der Vorgabe 1:50h begleitete. Nebenbei erfuhr sie von dem gefragten Projektleiter, dass dessen Maximalpuls im Wettkampf zu aktiver Zeit bei über 200 lag! Trotz dieser neuen Informationen traute sich Uwe nicht, in einen höheren Bereich zu laufen, vorerst. Denn sein Trainer wollte ihn erst loslassen, wenn die 15er Marke passiert war. Birgit motivierte ihren Laufpartner, in dem sie das Renntempo um 10sek/km verschärfte. Hier zahlte sich jetzt Wolfis Bahntraining aus, der Kahler blieb dran und jetzt fing das Rennen erst an. Einziges Handicap: die elendige Schotterpiste mit großen Steinen. Die bohrten sich unangenehm durch den Schuh in die Fußsohle. Uns Uwe ging mit, er musste allerdings ganz schön beißen. Bestzeiten müssen gut vorbereitet werden, der Tag muss passen, die Strecke auch. Man läuft sie nicht einfach so. "Im Zielkanal hat er mich dann noch abgehängt, das war dann der Dank, ok". Uwe bleibt erstmals in seinem Leben unter 1:50h und muss bald ernsthaft damit rechnen, dass ihn seine hilfsbereite Teamkollegin im Rennen mal so richtig abfackelt. Sie selbst verfolgte am Sonntag nur ein Ziel und schloss es erfolgreich ab: das Projekt Zehnkampfwertung! Sie stand bei Alois, zu dem sie im Laufe der vielen Jahre gemeinsamen Ausdauersports ein vertrautes Verhältnis entwickelt hat, im Wort. Sie schätzt dessen aufwändige Auswertung der Ergebnislisten - über das komplette Sportjahr - und sagte auch deshalb ihre Teilnahme bei der letzten Jahresabschlussfeier zu. Von den in der Ausschreibung geforderten Wettkämpfen fehlten Birgit jetzt noch zwei. Aus diesem Grunde meldete sie ohne jegliches Training letzte Woche für Elsenfeld, zog sich dort richtig guten Muskelkater zu und tat sich nun auch noch den Hugenottenlauf an. "Was man verspricht, muss man auch halten".

Die Gunst der Stunde nutzte auch Yvonne - natürlich mit dem Pulsmesser am Arm. Wolfi kennt anscheinend die Herzschläge aller unserer Damen. In diesem speziellen Fall legte er sich auf maximal 157 fest. "Das stellte ich mir ganz schön schwer vor", erzählt die freundliche Versuchsperson. Doch es klappte einwandfrei. Denn bald stellte sich heraus, dass dies umgerechnet 5:30min pro Kilometer bedeuten sollten. "Das Tempo konnte ich bis Kilometer zwölf ganz gut halten, danach wurde ich etwas langsamer". Bis Marke 17 oder 18 sackte das Mädel ab, "danach habe ich mir noch mal ein Gel eingeschmissen" und sie fing sich wieder, um auf dem letzten Kilometer eine 5:07 dran zu hängen. Genau so wird es gemacht. Erstmals rutschte Yvonne unter die magische Marke von zwei Stunden und ist total happy - über die neue Zeit und die Tatsache, dass das harte Training jetzt voll anschlägt. Über die kürzere 10km-Distanz meldeten zwei unserer Mädels und Jungs. Den Anführer der Ergebnisliste bildete diesmal Guido, der nach 40:36min in den Bereich seiner bisher stärksten Zeiten hineinläuft und Richtung Frankfurt offensichtlich keine gravierenden Fehler macht. Heraus ragt die prima Leistung von Judith, die immer noch Sprünge von einer ganzen Minute nach vorne macht. Mit ihrer neuen Bestzeit von 45:23min gewinnt sie sogar ihre Altersklasse. Punkte für den Main-Lauf-Cup sammelte Ancela wieder und Alois beteiligte sich persönlich an seinem eigenen Konstrukt, dem Zehnkampf, zu dem er die Urheberrechte besitzt. Er rutscht bei seinen umfangreichen Bemühungen, alle zehn Wettkämpfe noch hinzukriegen, sogar wieder mal unter die 60 Minuten-Grenze und sammelt fleißig Punkte. Hier die Ergebnisliste aus unserer Sicht.

20.09.2008 Michael Schrauder verteidigt seinen Titel beim Solarlauf mit Streckenrekord
Zum 10-jährigen Jubiläum passte am Mittwochabend in der Solarstadt Alzenau einfach alles. Der neue Teilnehmerrekord war angesichts der äußeren Bedingungen eigentlich absehbar - der neue Streckenrekord aber nicht unbedingt. Schon vor zwei Jahren nahmen wir an, dass Andreas mit seinem Sieg in 20:32min den Rekord inne hätte. Der Veranstalter zeigte sich seinerzeit bei der Siegerehrung selbst überfordert. Heute wissen wir allerdings, dass bereits 2002 Klaus Brantsch (FH Darmstadt) eine knappe Sekunde schneller war.Doch am Mittwoch überschlugen sich die Ereignisse, denn Michael holte sich, nach einem Husarenritt durch das Alzenauer Gelände, nicht nur den Sieg im Hauptlauf über 6200m, sondern auch noch einen neuen Streckenrekord. Sehr starke 20:22min musste er allerdings laufen, um seinen härtesten Widersacher, Florian Sinner,in Schach zu halten. Die Entscheidung fiel auf dem letzten Kilometer, als Michael in einer unnachahmlichen Manier noch sechzehn Sekunden Vorsprung herauslief und gegenüber dem Vorjahr ganze 39 Sekunden schneller war. In diesen Streckenlängen ist er einfach daheim, da macht ihm in der Region soschnell keiner was vor. Motivierend wirkte beim Studienrat am Alzenauer Spessartgymnasium sicherlich auch, dass er ein Heimspiel hatte. Diese Leistungssteigerung kommt nicht von ungefähr. Letzten Donnerstag besorgte er sich den Kreismeistertitel über 5000m auf der Bahn in Schweinheim und brauchte dafür gerade mal 16:07min! Dieser Erfolg wäre komplett an uns vorbei gegangen, hätte es nicht im Main-Echo gestanden. Jetzt wissen wir es also ganz genau, dass ihn seine vier Mädchen zu Hause nicht einschränken, sondern im Gegenteil - nach vorne treiben und stärker machen. Der Sieger erhielt übrigens einen in Acrylglas eingegossenen Siliciumwafer mit Gravur.

Aber auch die enorme Leistung von Roger ist ein Hammer. Bei ihm stand eigentlich eine schnelle Einheit auf dem Trainingsplan, die er - bei diesem guten Wetter - von der Bahn in Großwelzheim einfach nach Alzenau verlegte. Er meinte, bei diesen 6200m gäbe es nicht viel zu taktieren, sondern "nur das passende Tempo wählen und dann dieses durchlaufen". Als der Triathlet bereits nach zwei Kilometern spürte, dass die Spezialisten die beiden ersten Plätze unter sich ausmachen würden, "konnte ich meinen dritten Platz mit einigem Abstand ins Ziel bringen". Die Bedingungen auf der Alzenauer Strecke sind natürlich nicht vergleichbar mit denen auf der flachen Bahn. Auf beiden Runden, draußen im Prischoss, sind schon einige Höhenmeter zu überwinden. Dass Roger mit seiner Zeit von 21:10min sehr zufrieden ist, kann sich jeder vorstellen. Ab kommender Woche ist es erst mal aus mit diesen kurzen Sprints, dann beginnen bei ihm die langen Einheiten. Einen guten Lauf hat auch Oliver im Moment. Sein Plan für Frankfurt scheint zu passen. Auf langen Distanzen hat er sich in der laufenden Saison schon bewiesen, wenn auch nicht immer in Laufschuhen. Mit der Schnellkraft kann er ebenfalls zufrieden sein, denn auf einer schnellen, kurzen Einheit wie beim Solarlauf nach 22:15min ins Ziel zu kommen, ist beachtlich. Er gewinnt knapp aber sicher die M40 und landet im Feld der 377 Finisher auf dem fünften Gesamtrang. Der junge Himmelsstürmer Alex ist mit 23:02min (3.M20) so schnell wie noch nie auf diesem Geläuf. Ihm bleibt außerdem die Genugtuung, sechs Sekunden vor Bernie (1.M45) eingelaufen zu sein. Wer jetzt auf die Idee kommen sollte, den Altersunterschied von 25 Jahren ins Kalkül zu ziehen, ist auf dem Holzweg. Bei Ausdauersportlern dieser Größenordnung hat eher die Jugend ein Handicap. So richtig ausdauernd und stärker belastbar wirst du erst im Laufe der Jahre, Ausnahmen lasse ich gelten. Der jugendliche Teamkollege Christian gewinnt zwar seine Altersklasse, ist aber mit seinen 23:58min überhaupt nicht zufrieden - denn hier war er schon schneller. Sechzehn Sekunden vor ihm wird Stefan gestoppt, in neuer Bestzeit. Insgesamt holte unsere Mannschaft beim Solarlauf sieben Klassensiege sowie drei zweite und zwei dritte Treppchenplätze.

Bei seiner ersten Teilnahme war Michael B überrascht, was man auf einer 6200m langen Strecke so alles unterbringen kann. 180° Kurven, Innenstadt, Parkplatz, Schotter, leeres Wohngebiet, Bachidylle, usw. Viele Läufer kriegen ob der großen Anstrengungen den berühmten Tunnelblick, aber Michael scheint mit offenen Augen und unverkrampft gelaufen zu sein. "Der Start war recht eng, denn alle Läufer mussten durch die Zeitmessung", bemerkte er im Start-Ziel-Bereich des Alzenauer Stadtkerns und stellte nachträglich fest: "Wohl dem, der vorne stand". Trotz des vermeidbaren Nachteils bei der Besetzung seiner Startposition bewältigt er den nicht unbedingt einfachen Kurs in guten 25:18min. Dieses enorme Tempo hätte ich dir wirklich noch nicht zugetraut. Aufgefallen ist unserem aufmerksamen Teamkollegen ein weiterer Vorgang, den er anonym schildert: "einem hat der Lauf so gut gefallen, dass er statt zwei Runden gleich mal drei gelaufen ist". So was kann tatsächlich leicht passieren, wenn man kurz nach der Brücke die Einflugschneise in Richtung Ziel verpasst. Ich verrate bestimmt kein Geheimnis, dass der in unseren Regionen geografisch noch unbedarfte Peter derjenige ist, welcher. Ein einfacher Blick in die Ergebnisliste unserer Mannschaft macht dieses Missgeschick sofort sichtbar. Selbstverständlich ließ es sich unser Mitglied und Landrat, Dr. Uli Reuter nicht nehmen, dem Solarlauf seine Aufwartung zu machen. Zeitgleich mit Norbert geht er nach 26:54min ins Ziel. Die wenigsten Zuschauer konnten schon mal einen so schnellen Landrat live bewundern, da bin ich mir sicher. Und dann erschienen die ersten Damen im Zielbereich. Wolfi war ganz stolz auf seine schnellen Mädels, die unter seinen Fittichen prächtig gedeihen. Die imponierende Siegesserie seiner Ingrid riss auch in Alzenau nicht ab. Sie gewinnt dort die W50 in guten 28:49min. Die Sprache verschlug es aber beiden, als Tochter Nicky - das Ergebnis ihrer langjährigen Beziehung - die Strecke, nach gezielter Vorbereitung durch den Herrn Papa, sehr zügig hinter sich brachte und auf Gesamtplatz drei landete. "Sie gehört ja eigentlich nicht dem Läuferlager an, prügelte dennoch die Strecke in 27:57min herunter", geriet der Trainer ausnahmsweise mal ins Schwärmen. Komplettiert wurde das familiäre Ereignis von Freddy dem Radler, der kürzlich in der Triathlonstaffel aushalf. Der professionelle Biker zeigte auch zu Fuß was er kann. Seine 24:08min liegen klar unter einem vierer Schnitt. Die beiden Solarrunden beabsichtigten Sonja und Manuela endlich mal unter dreißig Minuten zu laufen. Sie erreichten ihr Ziel deutlich, wobei Sonja sich gegenüber dem Vorjahr um sagenhafte vier MInuten steigern konnte. Auf diesen 28:55min lässt sich aufbauen - sie sind eine hervorragende Basis für den Aschaffenburger Halbmarathon. Ihre drahtigen Kinder Lenni und Laura absolvierten einträchtig den 900m Schülerlauf in 3:20min. In der weiblichen B-Jugend liefen Silke und Svenja auf die Plätze zwei und vier. Altmeister Alois ist immer noch fleißig dabei, Punkte für die interne Zehnkampfwertung zu sammeln. Hier nochmal der Weg zur TSG-Ergebnisliste. Fotograf Eckhard lieferte eine schöne Serie mit allen unseren Läufer(innen), die er während des Rennens ausfindig machte.

18.09.2008 Abteilungsausflug an die Lahn oder Jens-Bauer-Erlebnisreise
Unser immer schneller laufender Teamkamerad Jens ließ sich in diesem Jahr freundlicherweise mit der Organisation unseres Abteilungsausfluges beauftragen. Die Online-Abstimmung im Forum ergab ein deutliches Votum für einen Ein-Tages-Ausflug und der führte am Samstag an die Lahn zu einer lustigen Kanutour. Nach später Rückkehr ohne nennenswerte Verluste verfasste der verantwortliche Macher den folgenden kleinen Bericht: Fünfzehn wetterfeste TSGler trafen sich bei Kälte und Regen am Aschaffenburger Hauptbahnhof. Die Fahrt führte mit dem Wochenendticket zunächst nach Hanau. Am Bahnhof erfolgte dann die erste sportliche Betätigung des Tages in Form eines Sprints von Gleis 104 nach Gleis sieben. Innerhalb der verbliebenen Minute musste umgestiegen werden. Die weiteren Umstiege in Friedberg und Gießen verliefen etwas geruhsamer, so dass sich sogar noch Zeit für eine kleine Stärkung fand. Das Wetter verfolgte weiter mit Regen und sinkenden Temperaturen seine Zermürbungstaktik. Kurz vor elf erreichten sie den Lahnbahnhof in Leun/Braunfels. Dort mussten sie leider bis 11:45 Uhr auf ihre Boote warten. Der Bootsverleih Kanu-Paradieso machte damit keine gute Werbung für sich. Die gute Stimmung ließ sich die Truppe aber nicht verderben. Mittlerweile hatte es sogar aufgehört zu regnen. Recht schnell verteilten sich alle Teilnehmer auf die Boote und stürzten sich alsbald in die Fluten. Die Strömung sowie die fehlende Erfahrung mit den Kajaks und Kanadiern führte zu einer zunächst recht unkonventionellen Fortbewegung. Es trat aber in den meisten Booten nach und nach Besserung ein. Zwischenzeitlich erinnerte die Tour mehr an Autoskooter als an eine Paddeltour. Das Highlight soll - laut einer weiteren Informationsquelle - definitiv das Dreierboot mit den Insassen Peter, Doris und Stefan gewesen sein: "Die haben den Kurs nicht halten können und bestimmt das Doppelte gepaddelt, wobei sie die Vegetation am Ufer bestimmt um die Hälfte reduziert haben". Angeblich sei das Trio in jeden oder fast jeden Busch oder Baum rein gepaddelt. Nach etwa der Hälfte der Strecke legte die Kanugemeinschaft, bei Sonnenschein und inzwischen angenehmen Temperaturen, eine Pause ein. Ein Teil der Mannschaft versorgte sich im Biergarten neben fester Nahrung auch mit Weizenbier. Das führte dazu, dass die bereits erworbene Sicherheit - im Umgang mit den Booten - wieder verloren ging und die Kollisionen mit anderen Booten und der Böschung zunahmen. Langsam machte sich die Anstrengungen bemerkbar, das Tempo wurde zunehmend reduziert. Gegen 17:30 Uhr erreichten die Ausflügler in Fürfurt ihr Ziel. Sie trugen die Boote an Land und kehrten in eine Gaststätte ein, in der die Zeit vermutlich vor 40 Jahren stehen geblieben ist. Gegen 21.45 Uhr traf eine sichtlich erschöpfte Gruppe nach Zwischenstopps in Gießen, Frankfurt und Hanau am Ausgangspunkt in Aschaffenburg ein. Nach weiteren Überlieferungen hatten unterwegs alle mächtig Spaß. Dank der Firma Bauer-Erlebnisreisen klappte das Meiste und die Gäste waren wirklich zufrieden. Anhand der von Michael gelieferten Fotoserie ist der vorherige Text leicht nachvollziehbar.

18.09.2008 In der Boston Area hat sich Andreas Heilmann schnell eingelebt
Im Bostoner Labor arbeitet Andreas inzwischen mit einem Assistant Professor, einem Postdoc und einer Technician an der lytischen Aktivierung von EBV (Epstein-Barr-Virus). "Es macht großen Spaß, in dieser dynamischen Atmosphäre zu forschen", äußerte er sich bei unserer Kontaktaufnahme anlässlich seines 24. Geburtstages. Über das Geschehen in unserer Abteilung ist er immer informiert. Mit Spannung liest er alle Berichte und studiert interessiert die einzelnen Laufergebnisse. Er selbst konnte ganz aktuell "vom abgefahrensten meiner bisherigen Rennen" berichten. Und das führte ihn, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, etwa 200 Meilen quer durch New Hampshire, von einem Skigebiet zum Strand am atlantischen Ozean. Am vergangenen Wochenende reiste der angehende Molekularbiologe mit Bekannten aus seinem Lauftreff nach New Hampshire hoch, wo sie nahe Mt. Washington in einem Ferienhaus übernachteten und sich auf ihren längsten Tag des Jahres vorbereiteten. Andreas startete in einem Mixed-Team namens Kicking Asphalt, das aus jeweils sechs Frauen und Männern bestand. Es rekrutierte sich aus dem besagten Lauftreff, der von einem Marathon Sports Store aus fünfmal pro Woche ausläuft. Dieser Store liegt rein zufällig etwa 100m vor seiner Wohnung. Das gemischte Dutzend verteilte sich auf zwei Vans. Gestartet wurde das außergewöhnliche Rennen in einem nahe gelegenen Skigebiet. In den folgenden 24 Stunden befand sich stets ein Teammitglied im Rennen. "Jeder von uns musste dabei drei Etappen erledigen und wurde von den fünf Mannschaftskollegen seines Vans betreut", erklärt Andreas das Procedere. Die organisatorische Abwicklung dieses riesigen Events bedurfte einer logistischen Meisterleistung, denn ins Ziel kamen sage und schreibe 356 Teams!

Reach the beach
Wenn der sechste Läufer sein Pensum abgespult hat, muss das Staffelholz an den anderen Van übergeben werden. "Ich hatte die Ehre, als Startläufer das Rennen zu eröffnen und daher recht humane Rennzeiten". Sein Zeitplan sah folgendermaßen aus: Um 15.00 Uhr nachmittags zwölf Kilometer, abends gegen 23.00 Uhr nochmal sechs und am frühen Morgen um 8.00.Uhr hatte Andreas noch 15km zu absolvieren. Das gesamte Rennen erfolgte auf Straßen. Da New Hampshire dünn besiedelt ist und insgesamt mehr als 350 Teams in Bewegung waren, gehörten die meisten der überholenden Fahrzeuge zum Renntross und feuerten die Läufer an. Das Mixed-Team unseres Teamkollegen harmonierte während des langen Wettkampfes glänzend und finishte als 14. Gesamt- und fünftes Mixed-Team in 24:38:26h, was einem Schnitt von 4:25min/km entspricht. "Ich erledigte meine 33km in insgesamt zwei Stunden und war froh, mich nahe meines Marathonschnitts bewegt zu haben", denn seine Oberschenkel waren wegen des hügeligen Kurses bereits früh verhärtet. Besonders beeindruckt war Andreas während der Tour vom tollen Mannschaftserlebnis. Jeder war auf den anderen angewiesen. Während des 24-stündigen Rennens konnten alle Beteiligten durchschnittlich wohl nur ein bis zwei Stunden schlafen. Jeder Läufer wurde von seinem Van an der Strecke versorgt, die Wechsel innerhalb des Teams klappten hervorragend. "Sahen wir doch auch Teams, bei denen der ankommende Läufer in der Wechselzone auf den nächsten warten musste". Dieses non-profit event "Reach-the-Beach" sorgte mit einer perfekten Organisation auch dafür, dass es zu keinerlei Unfällen kam. Jede Wechselzone war abgesperrt und hunderte Freiwillige trugen zur Einweisung von Läufern und Vans bei. Wir freuen uns, lieber Andreas, dass es dir gut geht und du anscheinend beruflich und sportlich in guten Händen bist. Halte uns bitte weiter auf dem Laufenden!

17.09.2008 Thomas Lindner hatte bei der Langdistanz-DM seine Duathlonpremiere
Falkenstein liegt im wunderschönen Vogtland und stand am Sonntag im Fokus der nationalen Duathlon-Szene. Die dortige SG trug neben den Deutschen Meisterschaften im Langdistanz-Duathlon auch das Rennen um den Thüringer Titel aus. Das übersichtliche Starterfeld von etwa 150 Frauen und Männern strotzte vor Qualität und mittendrin befand sich unser Teamkollege Thomas Lindner. Ausgerechnet bei einer Langdistanz, so bezeichnet man die ausgeschriebenen 16km/60km/8km, wollte er seine Feuertaufe im Duathlon bestehen. Er ist mit seiner Familie bereits am Donnerstag bei schönstem Wetter angereist. Auch am Freitag genossen sie das wunderbare, wolkenlose und wirklich warme Wetter. Am Samstag ging die Temperatur zurück, es wurde kalt, aber immerhin noch Sonne pur. Und am Wettkampftag hatte es morgens gerade Mal vier Grad. Bis zum Start erreichte das Thermometer immerhin stolze 9°C. Bereits eine halbe Stunde nach dem Start ließ sich die Sonne nicht mehr blicken, statt dessen sorgte der Wind für zusätzliche Kaltluft. "Die Strecken waren so wie ich sie mir vorgestellt habe. Landschaftlich schön und gespickt mit deftigen Anstiegen", erklärt Thomas den Kurs. Die Laufstrecke enthielt nach Angaben des Veranstalters 450 Höhenmeter, das wäre vergleichbar mit unserer langen Lauftreffrunde durchs Steinbachtal. Auf der Radstrecke waren 1200 Hm zu überwinden. Bei seinem ersten Duathlon war Thomas unsicher wegen des zu wählenden Renntempos auf den ersten sechzehn Laufkilometern. Wegen der Höhenmeter verließ er sich ausschließlich auf seinen Pulsmesser und blieb ca. 15 Schläge unter seinem Durchschnittspuls beim Halbmarathon."Dies hat immerhin zu einem Vierer-Schnitt gereicht und ich habe mich dabei sehr locker gefühlt". Der erste Wechsel funktionierte reibungslos. Glücklicherweise hatte sich Thomas ein zusätzliches Radtrikot bereit gelegt. Eigentlich fährt er besonders gerne bei 30 und mehr Grad in der prallen Sonne, "aber es war arschkalt. Selbst in den steilen Anstiegen habe ich keinen Tropfen Schweiß verloren". Er trug keine Handschuhe, deshalb waren seine Hände so kalt, dass er es nicht schaffte, das Gel aus den Beuteln zu drücken. "Aber ich will ja nicht jammern, es hätte ja auch noch regnen können". Mit der gefahrenen Zeit (2:15:30h) gab er sich dennoch zufrieden. Der zweite Wechsel dauerte schon etwas länger. Als er in die Hocke ging, um die Rad- gegen die Laufschuhe zu wechseln, erwischte ihn ein Krampf im Oberschenkel, den er erstmal heraus massieren musste. Beim zweiten Versuch, die Schuhe mit seinen halb verfrorenen Händen zu schnüren, kam der Krampf wieder zurück. Es dauerte halt seine Zeit, bis unser Freund sich endlich auf die letzten acht Laufkilometer machen konnte. "Es ging nicht mehr viel. Mehr als eine 4:25 war nicht mehr drin". Ausgerechnet beim diesjährigen Saisonhöhepunkt musste der Ironman so leiden. Eigentlich genießt er - wie bei einem Triathlon - gegen Ende des Rennens das Laufen und spielt dabei gerne seine persönlichen Stärken aus. Er bedauert, dass er lediglich drei Läufer noch einsammeln konnte, sprach aber anschließend trotzdem von einem schönen Erlebnis. "Ich war froh, bei dem Wettkampf dabeigewesen zu sein, auch wenn ich von der Zuschauerresonanz und der Teilnehmerzahl etwas enttäuscht war". Platz 53 insgesamt und Rang 15 in der Altersklasse waren seine Ausbeute mit einer Gesamtzeit von 3:54:55h. Hier noch die Ergebnisliste mit seinen Splitzeiten und dem Link zum Veranstalter.

15.09.2008 Gelungener Lauftag des Landkreises Miltenberg in Elsenfeld
Beim vierten offiziellen Lauftag des Landkreises Miltenberg stand neben dem 10km Volkslauf auch ein Halbmarathon auf der Tagesordnung. Beide Laufstrecken sind sehr angenehm zu laufen und eher länger als zu kurz. Beide Kurse enthalten den Weg der alten Spessartdampfbahntrasse bis nach Eschau, der als Wendepunktstrecke ausgeschrieben ist. Die Halbmarathoni müssen aber zuerst noch eine Schleife durch den Elsenfelder Staatsforst drehen, damit sie ihre Kilometer zusammen bekommen. Auf dem welligen Zehner hat man gut achtzig Höhenmeter zu bewältigen und auf der längeren Distanz waren es sogar 230. Unser 18-köpfiges Starterfeld, darunter sieben weibliche Teilnehmer, verteilte sich hälftig auf beide Wettbewerbe. Sie trafen auf sehr gute äußere Bedingungen. Sonne, 14°C - optimales Laufwetter. Sechs Siege in den einzelnen Altersklassen und jeweils zwei zweite und dritte Ränge waren eine großartige Ausbeute. Hinzu kamen vier persönliche Bestzeiten.

Auch die Gesamtplatzierungen über 10000m waren nicht ohne, denn Uwe Reinke mischte lange Zeit beim Kampf an der Spitze mit. Er musste sich einem starken Gegner beugen und läuft auf Platz zwei nach 34:57min ein. Der Streckenrekord von Tobi, der sich anderweitig amüsierte, stammt noch aus 2005 (33:51min) und geriet nicht in Gefahr. Mich wunderts, dass sich Wolfi überhaupt so richtig auf sein Rennen konzentrieren konnte. Er erreicht Platz fünf nach 37:49min und gewinnt damit die M50, während eine ganze Reihe seiner Schäflein sich auf unterschiedlichen Distanzen mit verschiedenen Aufträgen tummelte. Der geübte Verfasser ausgewogener Trainingspläne genießt wegen seiner Trefferquote seit Jahren Hochachtung in Fachkreisen. Inmitten der aktuellen Trainingsphase prüfte er gestern seine Probanten auf ihren Wegen zum halben oder ganzen Marathon. Drei Wochen vor ihrer HM-Prüfung absolvierte beispielsweise Judith ihren Zehner im vorgegebenen Tempo und bleibt dabei gerade Mal drei Sekunden unter ihrem Allzeithoch. Sie gewinnt in 46:17min die W30 und lässt damit weiteren Spekulationen freien Lauf. Neunzehn Sekunden bleibt Uwe zwar hinter ihr zurück, doch für ihn reichte es zur neuen Bestmarke. "Mit einem 4:38er Schnitt bin ich erstmal zufrieden, so kann es weiter gehen". Er liegt nach Wolfis Plan exakt im Soll und "den Halbmarathon nächste Woche in Neu-Isenburg muss ich nach bestimmtem Puls-Bereich laufen…." Der Trainer hat sie alle im Griff. Seit einigen Wochen bereitet er sogar Katja wieder auf einen HM vor. Die Gattin von Super-Mario hat sich während des letzten Schaltjahres maximal an einem Volkslauf beteiligt und will tatsächlich in Aschaffenburg angreifen. Bereits nach 47:43min ließ sie die 10km hinter sich und Wolfi wars zufrieden: "sie lief bei ihrem ersten Wettkampf gleich ein sehr gutes Rennen". Seine eigene Gattin räumte übrigens - wie gehabt - wieder den Titel in der W50 ab. Eine weitere gelehrige Schülerin kämpfte am Sonntag zunächst mit ganz anderen Dingen: "Also in Elsenfeld fängt der 10er immer recht früh an, was ja nicht so meine Zeit ist". Solche Ausreden müssen in diesem Geschäft schnellsten unterbunden werden. Gut, 8.45 Uhr ist eine unchristliche Zeit - wenn man einbezieht, dass in der langen Vorbereitung auf den ersten Marathon überhaupt ein umfangreiches Einlaufen eminent wichtig ist. Jede Menge Kilometer müssen in die Beine. Doch beim Start war Yvonne wach. "Ich sollte laut Trainer um die 5:20 laufen. Der erste Kilometer war natürlich wie immer zu schnell", doch bei Marke drei fand sie ihr Tempo, das sie in der Folge auch halten konnte. Diese Wendepunktstrecke führt auf dem Hinweg etwas bergauf und zurück natürlich bergab, "und so konnte ich die zweite Hälfte schneller laufen. Den letzten Kilometer schaffte ich sogar in 4:49 ". So was nennt man Endbeschleunigung. "Bin sehr stolz auf meine neue Bestzeit von 53:03min. Mal schauen wie es nächste Woche in Neu-Isenburg läuft – da soll ich einen Halbmarathon laufen". Wir werden auch davon berichten.

Als die Volksläufer ihre 10km abgewickelt hatten, schickte man um 10.00 Uhr die Halbmarathoni auf die 21,1km lange Laufstrecke. Die hatten allesamt ausgeschlafen. Mit ausgiebigem Einlaufen und mindest genau so langem Auslaufen kriegt man hier schnell einen 35er zusammen. Zum Gewinn der Altersklasse M35 reichten Etienne 1:27:12h. Er bleibt an diesem Tag schnellster TSGler. Auch Markus läuft in die Podestränge und nähert sich mit 1:37:40h seinen bislang besten Leistungen immer mehr. Raileen schafft ebenfalls den Sprung aufs Treppchen und Max Rinneberg, ein junger Mann aus unserer Schwesterabteilung Leichtathletik, trägt sich meines Wissens erstmals in die Ergebnisliste ein. Der 18-jährige gewinnt die MJA in einer Zeit von 1:40:34h. Auf seinem Weg nach Frankfurt machte Dietmar in Elsenfeld erfolgreich Station. Er verbessert seine bisherige Zeit um fast drei Minuten und steht jetzt bei 1:42:59h. Um eineinhalb Minuten verbessert sich Ancela gegenüber dem HM Griesheim in diesem Jahr. Sie erreicht Platz sechs der W40 in 1:57:46h. Ansonsten berichteten alle von einem professionellen, gut durchorganisierten Event, mit vielen freundlichen Helfern. Auf der vorbildlichen Website standen nachmittags schon mehrere hundert Fotos online und Ergebnisse gab es bedeutend früher als man es sonst gewöhnt ist. Wie im letzten Jahr stammen die Fotos - für die wir uns sehr herzlich bedanken - vom Veranstalter. Hier noch die Ergebnisliste unseres Teams.

14.09.2008 Das Bahntraining am Mittwoch fällt dem Solarlauf zum Opfer
Damit das aber klar ist. Keinesfalls fällt das Training aus. Wolfi verlegt lediglich aus nachvollziehbaren Gründen die intensiven Einheiten nach Alzenau. Der Solarlauf mit seinen 6200m bietet eigentlich ideale Voraussetzungen für ein Tempotraining, sogar unter scharfen Wettkampfbedingungen. Die eingebauten Höhenmeter dort liegen in einem akzeptablen Bereich und sind der Halbmarathon- oder Marathonvorbereitung eher dienlich. Schließlich hat unsere Abteilung einen dreifachen Erfolg aus dem Vorjahr zu verteidigen. Also, Treffpunkt zur gewohnten Zeit oder etwas früher. Gemeinsames Warmup. Der Hauptlauf wird um 18.30 Uhr gestartet.
13.09.2008 Riesige Fotoserie vom Alzenauer Triathlon steht online
Inzwischen ist eine weitere Serie schöner Erinnerungsfotos vom Alzenauer Triathlon eingegangen. Die von Matthias zusammengestellte Reihe hat inzwischen Christian erweitert. Insgesamt sind auf 164 Bildern die sportlichen Aktivitäten wie auch ein Teil der Siegerehrung festgehalten. Herzlichen Dank unseren Fotografen. Klickt euch nochmal durch.

13.09.2008 Tobias ist wieder von der Jungfrau runter
Wenn unser Tobi von Urlaub in der Schweiz spricht, muss man schon mal nachfragen. Unter Urlaub oder Ferien versteht er etwas anderes als unsereins. Keinesfalls die Teilnahme am Jungfrau-Marathon, der neben den obligatorischen 42 Entfernungskilometern auch noch 1800 Höhenmeter aufweist. Seine Erwartungshaltung formulierte er vielsagend: "Spaß haben, Panorama genießen und unter vier Stunden bleiben". Er weiß selbst, dass das nicht gerade ideale Voraussetzungen sind in der Vorbereitung auf den Essener Marathon. Aus dem vollen Training heraus, mit mehreren harten und langen Einheiten unter der Woche, reiste er mit Freundin Simone spät an, holte sich nach 21 Uhr als Allerletzter seine Startunterlagen, suchte die Pension und stieg spät und übermüdet in die Kiste. Den Morgen schildert er als stressfrei - von Aufregung war bei ihm nichts zu spüren. "Nach dem Startschuss dachte ich, ich wäre bei einem 5000m Lauf", wunderte sich Tobi über das hohe Anfangstempo. Nach der ersten Runde durch Interlaken lag er etwa auf Position 300. "Ich trottete im 4er Tempo gemütlich drauf los und holte langsam alle ein, die merkten, dass mit ihrem Tempo was nicht passte". Er war total erstaunt von den vielen Zuschauern und der tollen Stimmung am Streckenrand. "Fast wie bei einem Stadtmarathon", denn die ersten 25 Kilometer verliefen nicht viel anders. Ein paar Höhenmeter hatten sie bis dahin schon gesammelt, aber dann ging es richtig los. Von der Wand von Wengen hatte unser Freund schon viel gehört, "aber jetzt sah ich sie endlich selbst". Ab hier bis ins Ziel sammelte er 34 Läufer ein, wurde aber selbst nur einmal überholt. "Wenn es richtig steil wurde, machte ich immer wieder Gehpausen", aber sonst lief Tobi sehr ambitioniert, aber nicht an der Leistungsgrenze. Der berühmte Dudelsackbläser bei Kilometer vierzig animierte ihn zum Schlussangriff und so konnte er nochmal drei Plätze gut machen. Die letzten 1000m bis ins Ziel verliefen bergab, da ließ er es richtig laufen und erreicht die Linie nach 3:41:10h auf Gesamtplatz 36 liegend. In einem Feld von 3300 männlichen Finishern ist das eine großartige Leistung. "Kurz nach dem Zieleinlauf kam mir dann auch Simone entgegen, die mit der Bahn etwas länger brauchte, als ich zu Fuß". Abends schauten sie sich noch den Zieleinlauf der Jungfraumeile und die Siegerehrung an. In den Tagen nach dem erfolgreichen Rennen entspannten sie sich in dieser herrlichen Gegend bei mehreren tausend Höhenmetern. Inzwischen sind sie wieder zurück. Tobi wird im Training noch ein bisschen Gas geben und beim Halbmarathon Bensheim den letzten Test machen.

13.09.2008 Stefan und Markus erlebten Höhen und Tiefen bei der Langdistanz in Gerardmer
Während Stefan trotz widriger Wetterverhältnisse seine erste ETU-Triathlon-Langdistanz im französischen Gerardmer recht erfolgreich und zufrieden nach insgesamt 9:18:20h zu Ende brachte, lag Markus bereits im Krankenhaus auf dem Operationstisch. In der dritten Runde des schwierigen Radkurses, etwa bei Kilometer 105, hatte er auf regennasser Bahn wahnsinniges Pech. Bei maximal Schrittgeschwindigkeit kippte er in einer Kurve um und brach sich unglücklicherweise ein Knochenstück am Ellenbogen ab. Mit offenem Bruch lag er bald im Krankenwagen und wurde unter Polizeibegleitung ins 30km entfernte Krankenhaus gebracht, wo man ihn umgehend mit Draht zusammenflickte. Am Telefon hörte sich Markus allerdings schon wieder ganz gut und optimistisch an. Er wird zwei Wochen lang eine Schiene tragen und anschließend die Dienste eines Physiotherapeuten in Anspruch nehmen. Seine für übernächste Woche vorgesehene erneute Dienstreise nach Alaska ist erstmal auf Eis gelegt. Wir wünschen ihm von hier aus eine baldige Genesung. Stefan sah seinen Teamkollegen in guter Behandlung beim französischen Rettungspersonal und konnte seinen Wettkampf fortsetzen. Die Länge der Schwimmstrecke von 4000m ist bei dieser Europameisterschaft mehr als ungewöhnlich, denn sie ist 200m länger als beim Ironman. Die 120 Radkilometer waren mit 2200 Höhenmetern gespickt und bei 15°C und Dauerregen ungemütlich zurückzulegen. Auf den abschließenden Laufrunden plagte er sich fast über die kompletten 30km. In seinem Tagebuch stellte Stefan mit viel Aufwand und Geschick einen umfangreichen aber lesenswerten Renn- bzw. Reisebericht online. Seht einfach mal rein. Hier seine Splitzeiten.

12.09.2008 Neuzugang Jörg Maurer will Laufstil verbessern - und schneller werden
In den letzten Jahren fiel mir beim Sichten der einzelnen Ergebnislisten immer wieder mal der Name Jörg Maurer auf. Wohnort Kahl, vereinslos. Ungewöhnlich ist das nicht, doch die errungenen Plätze, vielmehr die gelaufenen Zeiten, die machten mich stutzig. Da rennt in der näheren Umgebung so ein ungeschliffener Autodidakt in relativ hohem Tempo herum, unorganisiert und mit größeren Ambitionen. Bei meinen Recherchen stieß ich auf seinen Vater Konrad, mit dem ich vor genau vierzig Jahren in der Kahler Oberligamannschaft der Ringer stand. Der griechisch-römische Spezialist hatte damals als konditionsstarker und ehrgeiziger Kämpfer auf mich, den 18-jährigen Newcomer, mächtig Eindruck gemacht. Den Grund für Jörgs Kraft, Ehrgeiz und Ausdauer kennen wir jetzt - es sind die Gene. Seine sportliche Laufbahn begann bereits vor 15 Jahren mit regelmäßigen Touren auf dem Mountainbike zum Hahnenkamm und in die nähere Umgebung. Als seine größte sportliche Leistung bezeichnet der Spaßvogel den Abschluss einer Lehre im Garten- und Landschaftsbau, mit Trainingsumfängen von bis zu 30 Wochenstunden im Schubkarrenfahren, im ersten Lehrjahr. "Zu dieser Zeit wurde auch das Krafttraining mit freien Gewichten zu meinem treuen Weggefährten, was allerdings weniger zum Zweck der Muskelmassenanhäufung betrieben wurde, sondern eher mit dem Ziel, Krummes gerade zu biegen". Nach einer sporadischen Teilnahme am Alzenauer Triathlon vor vier Jahren gesellte sich ein ausgiebiges Lauftraining dazu. Da sich Alteingesessenes bei ihm bewährt, ist er bis heute allem treu geblieben. Während das Fahren mit dem MTB bei Jörg derzeit ein wenig in den Hintergrund getreten ist, erfährt das Laufen eine stetig wachsende Beliebtheit. Aus langen Panoramaläufen rund um den Hahnenkamm und zur Barbarossaquelle im Dauerlauf-Schlappschritt sind mittlerweile wesentlich kürzere, aber intensivere Einheiten geworden. Speziell die vielfältigen Bewegungsvariationen des Lauf-ABC's  haben sich als feste Größe im Trainingsprogramm etabliert. "Und das nicht nur weil ich merke, dass an meinem Laufstil noch einiges verbesserungswürdig ist". Seit geraumer Zeit verschrieb er sich dem Knacken der 1:20er Marke auf der Halbmarathonstrecke, "an der ich mir schon ein paar Mal die Zähne ausgebissen habe". Bei unserem internen 1000m Bahnlauf hinterließ Jörg im Juli als Gastläufer in 3:06min schon mal einen guten Eindruck. Hier merkte er gleich, wem er sich anschließen muss, um mehr Speed zu kriegen. Seine aktuellen Bestmarken von 37:03min über 10km oder auch die 21,1km-Marke mit 1:20:04h schreien geradezu nach kleinen Steigerungen von ein paar wenigen Sekunden. So was ärgert doch ungemein, oder?

11.09.2008 Superteam Claudia und Arnd präsentieren sich beim Ironman Wisconsin in Klasseform
Seit gestern sind sie wieder im Lande und kommen langsam zur Ruhe, obwohl die Verarbeitung der vielen emotionalen Erlebnisse noch seine Zeit braucht. Insider hielten sich während der letzten zehn Tage über Claudis Tagebuch auf dem aktuellen Stand. Dort findet ihr in zwei ausführlichen Rennberichten den kompletten Ablauf ihres längsten Tages des Jahres 2008. Die gute Nachricht: der Fuß hielt durch und die Hawaii-Qualifikation hat sie wieder mal geschafft. Morgen kommt sie unters Messer. Bei seiner vierten Teilnahme in Wisconsin (USA, Bundesstaat Madison) seit 2004 langte Arnd kräftig hin und entschädigte sich selbst für die enormen Strapazen während des Rennens mit einer neuen Bestzeit von 10:17:22h auf diesem verdammt schwierigen Kurs. Danach sah es vor wenigen Wochen nicht aus, als ihm ein unvorsichtiger Zeitgenosse beim Quarterman im Wasser das Nasenbein brach. Eine hartnäckige Reizung der Achillessehne beeinträchtigte ihn bis Mitte Juli. Aber dann ging im Training die Post ab. Die langen Radausfahrten mit seinen Teamkameraden Alex, Christian und Roger brachten ihn nach vorne und Arnd vergisst auch nicht, die intensiven Schwimmeinheiten mit Alex im Kahler Campingsee zu erwähnen. Der Bankdirektor Controlling bedankt sich insbesondere dafür, dass sich die befreundeten Trias meist nach seinen Trainingszeiten richteten. Sein austrainierter Körper wog (ohne Bike) gerade noch 69 Kilo, was bei einer Größe von 1,87m fast dem Body-Mass-Index eines afrikanischen Dauerläufers entspricht! In dieser Verfassung erwischte ihn kurz vor dem Abflug - zur Unzeit - ein Magen-Darm-Virus, der an Leib und Seele zehrte. "Aber der tolle Urlaubsaufenthalt bei unseren Freunden in Madison kurierte mich rechtzeitig". Sämtliche Wettervorhersagen trafen nicht ein. Am Renntag gabs klaren Himmel ohne eine Wolke. Die bei insgesamt fast fünfzig (!) Ironmanrennen erworbene Routine und das gewohnte Procedere vor einem eigentlich außergewöhnlichen Wettkampf sollte bei dem Vorzeigepaar für ruhigen und gelassenen Ablauf sorgen, "doch es gibt immer noch die gleiche Aufregung und feuchte Augen kurz vor dem Schwimmstart. Dann noch eine Umarmung - und es geht los".

Nach dem Startschuss schwammen beide ganz außen, um das Gerangel an den Bojen aus sicherer Entfernung betrachten zu können. Das hat Arnd hier bereits vor zwei Jahren gelernt. "Das kostet zwar ein paar Minuten, ist aber der sichere Weg". Seine Schwimmzeit mit 1:09:32h geht für ihn deshalb völlig in Ordnung. Lustig fand Claudi, dass sie - ohne es zu bemerken - bis zur Boje nebeneinander her schwammen. Sie atmete nach links und er nach rechts. "Es war wir das Schwimmen im Kahler See, keine Socke der 2400 Starter in der Nähe". Später setzte sich unsere Schwimmtrainerin fast zwei Minuten von ihrem Männe ab, wovon sie fast vierzig Kilometer auf dem Rad zehren konnte. Innerhalb der Familie wird schon mal gegengerechnet. Beim Wechsel zum Rennrad verlor Arnd einen Teil seiner Gels und regte sich über seinen "echt bescheidenen Radplatz" auf. Als er endlich auf dem Rad saß, wars erstmal wie in den letzten Rennen. Er wurde dauernd überholt - und dachte sich dabei: "ob die alle wissen, wie lange so ein Tag werden kann"? Nach dem er Claudi erreichte, machte er sich daran, den Weg durch das Radfeld zu finden. "Mit sehr verhaltenem Druck konnte ich ca. 350 Plätze gut machen und war leistungsmäßig auf der sicheren Seite". Unser Freund meint damit seine durchschnittliche Herzfrequenz von 131! Dieser Wert zeugt von einer außergewöhnlichen Fitness. Kaum zu glauben, dass es am Ende auch noch zu einer persönlichen Radbestzeit in 5:28:43h reichte. Auf dieser schwierigen Strecke fahren die meisten Profis nur knapp unter fünf Stunden. "Ich fühlte mich sehr gut, hatte wirklich keinen Hänger und echt Spaß". Dann kam der Marathon. Wie oft gingen Arnd hier die Kräfte aus, doch inzwischen hat sich das geändert. Er freute sich auf den Lauf und wollte erstmalig - bei Sonne - unter 3:30h laufen. Auch dafür ist der Kurs von Wisconsin sicherlich nicht ideal, weil hügelig und eckig. Der optimal vorbereitete Triathlet fand sehr gut in seinen Rhythmus und beendete die erste Runde schon nach 1:40h. "Überholt hatte mich ein einziger Läufer, ich sammelte einige ein". Seine Gedanken führten zu Claudi, "die sich mit ihrem lädierten Fuß sicherlich höllisch quälen musste". Die zweite Runde wurde hart und Arnd musste beißen. Die Anfeuerungen von Tochter Tamara taten ihm gut. Die Sonne versuchte ihn zu bremsen, "aber im Alter wird man starrsinnig". Er hatte sich mindestens die 3:30 in den Kopf gesetzt, um eine Ironman-Topzeit abzuliefern. Die letzten Kilometer taten verdammt weh, doch dann sah er den Zielkorridor. Den Zieleinlauf, besonders die letzten Meter, vergisst ein Ironman nie. Der entschädigt für sämtliche Strapazen und Leiden unterwegs. Und wenn dann noch eine neue Wisconsin-Bestzeit von 10:17:22h auf der elektronischen Anzeige aufleuchtet, dann hört man sogar kleine Glöckchen klingeln.

Wer einen Kurs, bei dem sogar nur wenige Profis unter neun Stunden bleiben, in dieser Zeit bewältigt, darf sich getrost was einbilden. Arnd machte diesmal alles richtig und wartete dann auf seine Claudi, die sichtlich gezeichnet - gemeinsam mit Tamara - über die Ziellinie läuft. Unter Berücksichtigung ihrer Vorgeschichte, bedeutet ihre Leistung noch viel mehr, als es die erstklassige Zeit von 10:58:28h ausweist. Unter 110 Mitbewerberinnen schafft sie mit Rang drei tatsächlich das KONA-Ticket für Oktober 2009. Arnd dazu: "Respekt, sie überrascht mich immer wieder...". Als dann die Ergebnisliste erschien, war Arnd völlig perplex. Der 100. Platz im Gesamtfeld der 2400 Starter reichte nach seiner tollen Leistung "nur" zu Platz 17 in seiner Altersklasse. Die enorme Leistungsdichte ist gerade im Bereich der 40-45-jährigen stark angewachsen. "Ich habe das Beste gegeben was in mir steckt und das macht mich zufrieden und glücklich"! Im ersten Moment wollte Arnd seine Claudi halt als Zuschauer nach Hawaii begleiten, was bei der Hitze auch angenehmer sei. "Doch wenn Gesundheit, Familie und Job das Training möglich machen, werde ich auf meine alten Tage versuchen, meine zwölf Jahre alte Bestzeit (Roth 9:47h) beim Ironman in Frankfurt zu unterbieten", und verweist auf seine verlässlichen Trainingspartner Claudi, Alex, Manni, Volker, Roger, Christian ..... und Tamara! Hier die Ergebnisliste mit allen Splitzeiten. Zu Claudis ausführlichen Rennberichten wechselt bitte in ihren Blog.

10.09.2008 Eindrucksvoller Saisonabschluss unserer Triathleten in Alzenau
Insgesamt 26 TSG-Triathleten nutzten in Alzenau die wahrscheinlich letzte Möglichkeit, in diesem Kalenderjahr nochmal an einem Triathlon teilnehmen zu können. Bereut hat es wohl niemand, denn auch das Wetter präsentierte sich zur rechten Zeit von seiner besten Seite und erleichterte so allen Teilnehmern diesen Wettkampf. Die dabei erzielten Ergebnisse können sich sowieso sehen lassen, denn drei Siege in den Altersklassen und drei zweite sowie zwei dritte Plätze sind eine ordentliche Ausbeute. Die i-Tüpfelchen lieferten sowohl die Frauen- als auch die Männerstaffel, die mit neun bzw. fünf Minuten Vorsprung die Konkurrenz regelrecht düpierten. Ganz vorne kämpfte Volker um den Gesamtsieg, nach einem dritten Gesamtplatz im Vorjahr. Die einzelnen Startgruppen schickte der Veranstalter im Abstand von jeweils zehn Minuten ins Rennen. Mitfavorit Volker spürte während des Wassergangs schon den Erfolg seines wochenlangen Seetrainings, denn er entstieg dem Meerhofsee bereits als Viertplatzierter. "Beim Rad fahren musste ich mächtig drücken, was aber nichts nutzte, denn Marcel Bischoff hatte ich nichts entgegen zu setzen, als er mich auf dem Rad einholte", anerkannte er die tolle Leistung seines Bezwingers, der kurz vor Hawaii voll im Saft steht. Beim abschließenden Laufen kam der neue Vizemeister, trotz vorausgegangener Verletzung, erstaunlich gut zurecht und "so bin ich topzufrieden mit dem Ergebnis und hatte einen perfekten Saisonabschluss". Mit einer erneuten zeitlichen Steigerung erreichte er nämlich als Zweiter das Ziel in 1:10:10h. Von einer Überraschung können wir bei Alex inzwischen nicht mehr reden. Mit seinen jungen Jahren mischte er schon eine ganze Reihe der etablierten Trias auf und läuft als Gesamtfünfter ein. Dass er im Wasser kaum jemandem nachsteht, ist bekannt. Spätestens seit dem Ötztaler wissen die Gegner auch, was er auf dem Rad leisten kann. Vom österreichischen Event erholte er sich innerhalb der abgelaufenen Woche. Die einzelnen Streckenlängen beim Alzenauer Triathlon scheinen ihm auf den Leib geschnitten, denn Alex zehrte vom herausgearbeiteten Vorsprung der ersten beiden Disziplinen sehr lange. Seine Gesamtzeit von 1:14:44h ist aller Ehren wert. Seinen letzten Test vor der Deutschen Meisterschaft im Langdistanz-Duathlon bestand Thomas mit Bravour. Nach insgesamt 1:17:23h beendet er das Rennen auf dem zweiten Platz seiner Altersklasse. Dreißig Sekunden später steht schon Bernie auf der Matte. Gegenüber 2007 verbesserte er sich hier um mehr als zwei Minuten. Der hat seinen Zenit längst nicht erreicht.

Nach sechswöchiger (!) Sommerpause begann Manni letzte Woche wieder mit ernsthaftem Training. Gestern im Lauftreff lamentierte er über immer noch müde Beine und Muskelkater. "Zum langsamen Formaufbau war das wirklich nix" erklärt er mit plausibler Begründung seine zwingend erforderlich Teilnahme in Alzenau. Wegen seines Ausfalls in Limburg fehlten ihm ein paar Kilometer für das Deutsche Triathlonabzeichen in Silber. Das wollte er unbedingt zum fünften Mal in Folge erringen. Diese Auszeichnung wird verliehen, wenn man im Laufe eines Jahres insgesamt die Strecken einer Ironmandistanz ableistet. "Angesicht meines mageren Trainings in den Wochen zuvor bin ich mit dem Ergebnis wirklich zufrieden". Kein Wunder, denn die 1:19:19h reichten immer noch zu einem Podestplatz in der Klasse der 40 bis 45-jährigen. Dumm geguckt hat der Industriemeister Chemie, als er den im gleichen Block gestarteten Rainer erst auf der Laufstrecke einfangen konnte. Dem gehts nach seinen durchstandenen Rückenproblemen und einer aktiven Reha anscheinend wieder richtig gut. In seinem Sommerurlaub verbummelte Jogi ein bisschen von seiner erarbeiteten Kondition, auch wenn er mal für einen ganze Stunde im Schwimmbad war. Zuerst war er ziemlich froh, nach gut neun Minuten aus dem Wasser zu kommen. Aber was nutzt dir das, wenn du nicht genau weißt, wie man den Neo auszieht - und dabei noch eine Menge Zeit und Nerven liegen lässt. "Das muss ich definitv noch üben, da ist noch jede Menge Luft", weiß er selbst. Manni war schon losgedüst und Harry knapp hinter ihm, "wir hatten ja neben einander die Fahrräder geparkt und er nahm mir beim Wechsel einiges ab". Kurz drauf, als es leicht Richtung Wasserlos hochging wurde Jogi von ihm überholt. "Da war nix drin mit dranbleiben". Am Sonntag gings so richtig schwer, zumindest bergauf. Das fehlende Training und die ziemlich harte letzte Woche, in der er endlich wieder mal Gas geben konnte, machte sich ganz schön bemerkbar. Also einfach weiterfahren. "Kurz vor Ende der zweiten Runde hats mal kurz gerauscht und Volker war an mir vorbei gestochen". Wenigstens auf der Laufrunde liefs für Jogi im knappen vierer Schnitt wieder gut und er konnte ein paar Plätze gut machen. Am Ende war es ziemlich hart, aber die Begegnungen mit einzelnen Teammitgliedern auf der Strecke hielten ihn über Wasser.

Zwischen die starken Männer schob sich anstandslos mit Judith unsere erste Frau. Ihre physische Entwicklung ist enorm und hängt im Moment sicherlich mit ihrem intensiven Trainingsprogramm zusammen. Brauchbare Tipps nimmt sie gerne von ihrem Christian an, der an der Strecke gesichtet wurde. Auf die Fotos, die er unterwegs schoss, warte ich übrigens heute noch. Seine Gattin lieferte derweil einen tollen Wettkampf und landete nach 1:29:27h auf dem Treppchen in ihrer Altersklasse und belegt im 35er Damenfeld den bemerkenswerten siebten Rang. Wenn das Schwimmen nicht wäre, könnte dieser Sport so schön sein. Diese Worte könnten von Raileen stammen, die sich im See überhaupt nicht wohl fühlt. Im Schwimmbecken krault sie ihre Runden einwandfrei, aber sobald es ins Freie geht....... Vermutlich ist es reine Übungssache. Doch das erste Jahr im Leben aller Triathlet(inn)en ist ein Lehrjahr. Hier muss man alle Fehler selbst machen, um im Folgejahr daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Das erleben wir Jahr für Jahr! Im Vergleich zu ihrem Trainingsaufwand beim Laufen, hinkt das Rad fahren bei ihr und auch bei Etienne (1:26:23h) ziemlich hinterher. Auch das wird sich bald einpendeln. Zu diesen einleitenden Sätzen muss aber gesagt werden, dass Raileen ihre Altersklasse mit zehn Minuten Vorsprung gewinnt! Auch Uwe verbesserte sich um zwei Minuten gegenüber dem Vorjahr. Er hatte bei passendem Wetter jede Menge Gaudi und visiert mit dem Frankfurt-Marathon bereits sein neues Ziel an, "bevor es dann ans Training für den Ironman 2009 geht". Endlich trug sich, wenn auch bei letzter Gelegenheit, der Mainflinger Harry wieder mal in die Ergebnisliste ein. Schade, dass es bei diesem Dreikampf keine Splitzeiten gibt. Seine Radzeit hätte mich schon interessiert. Bei der Siegerehrung der W50 stand Ingrid wieder ganz oben. Das ist in diesem Jahr für uns nichts Neues. Dass aber Sonja auf dem Treppchen erscheint, das schon. Sie war bei ihrem ersten Triathlon vollauf begeistert und hat richtig Feuer gefangen. Sie lieh sich Birgits Rennrad für dieses Rennen aus und spürte tatsächlich den Unterschied zu ihrem zwanzig Jahre alten Stahlross, mit dem sie sonst unterwegs ist. "Jetzt brauche ich so ein Rennrad". Schätze, wir werden das Mädel bald öfter sehen.

Einen erfolgreichen Einstieg ins Wettkampfgeschehen verzeichnete Thomas in Alzenau:"bin wieder langsam zurück". Nach seiner langwierigen Verletzung darf er seit drei Wochen wieder laufen und wagte sich gleich an seinen ersten Triathlon. Von kleinen Kämpfen in den hinteren Schwimmreihen berichtet Jochen, der trotzdem mit der ersten Disziplin super zufrieden war: "nach elf Minuten war das Wasser geschafft". Die fleißigen Trainingseinheiten im See zahlten sich also auch bei ihm aus. Doch auf dem Rad überlegte er sich bereits nach 200m, ob er direkt in den Zielbereich abbiegen sollte. Aus seinem Radschuh brach nämlich ein Stück von der Schuhplatte heraus, somit konnte er sich nicht in die Pedale einklicken. Aussteigen war unserem ehrgeizigen Kameraden halt doch zu einfach und deshalb fuhr er fast "einbeinig" den zweimaligen Rundkurs über Alzenau, Wasserlos, Kahl und wieder zurück. Beim Laufen gabs dann nur noch eins: "mit einem Lächeln ins Ziel kommen". Partnerin Yvonne entstieg total happy den etwa 19°C warmen Fluten. "Ich bin die 550m total ruhig und ohne die Nerven zu verlieren durchgekrault". Auch bei ihr schlug Claudis Seetraining an. Inzwischen wehrt sie sich, denn nach ein paar Schlägen auf den Ellenbogen verschaffte sie sich etwas Platz und verließ nach etwa dreizehn Minuten das Nass. Der Wechsel klappte wie immer super, aber beim Radeln musste sie ganz schön beißen, "weil ich das fast nicht mehr trainiert hatte". Mit vielen aufmunternden Worten ist Yvonne dann von fast allen TSG-Startern überholt worden. Sie bedankt sich dafür ausdrücklich (ich nehme an, für die netten Worte). "Laufen war wie immer super, ich konnte mein Tempo ohne Probleme durchlaufen". Das regelmäßige Bahntraining macht sich hier deutlich bemerkbar. Sie erreichte ihre persönlichen Ziele: einmal alle Disziplinen ordentlich zu Ende bringen. Mit dem Rad nicht verfahren und keine Panik beim Schwimmen! Überragendes leisteten drei 15 bis 17-jährige Damen aus unserem Nachwuchs. Sie meldeten sich beim Staffelwettbewerb an und teilten - entsprechend ihrer Vorlieben - die verschiedenen Disziplinen unter sich auf. Wie eingangs erwähnt, brachten Svenja, Silke und Caroline zwischen sich und die Nächstplatzierten ganze neun Minuten. Das ist eine ganze Menge Holz. Die siegreiche Männerstaffel nannte sich bei der Anmeldung ziemlich provokativ Team Bestzeit und startete mit Gästen. Läufer Wolfi, vermutlich der Initiator, verpflichtete mit Frederik Nagel einen Radfahrer der Extraklasse. Der vom VC Frankfurt verpflichtete 26-jährige Roadrunner will Wolfis Schwiegersohn werden - wenn Tochter Nicky mitzieht. Und aus dessen Verwandtschaft kommt Schwimmer Andy Hickmann, der den Auftakt machte. Dann zog Freddy mit dem Bike in einem solchen Höllentempo los, dass niemand - auch wenn er wollte - eine Chance gehabt hätte, im Windschatten zu bleiben. "Der beendet auch mal ein Straßenrennen mit einem 48er Schnitt", schwärmt der Schwiegervater in spe. Nur so ist der fünfminütige Vorsprung zu erklären, die der Spezialist auf der relativ kurzen Strecke heraus holte. Abschlussläufer Wolfi baute diesen Vorteil noch weiter aus. Und so kam dann eine neue Streckenbestzeit heraus und das Team durfte seinen Namen behalten. Hier die Ergebnistliste aus unserer Sicht. Eine kleine Fotoserie lieferte uns freundlicherweise Matthias.

08.09.2008 Mühlheim war ein gutes Pflaster für Roger und Guido
Das kleine TSG-Kontingent teilte sich gestern Morgen im gleichen Verhältnis auf die beiden in Mühlheim-Dietesheim angebotenen Strecken auf. Roger nahm sich den Zehner vor und Guido ging über die Halbmarathondistanz. Voll im Visier haben beide als Saisonhöhepunkt den Frankfurter Marathon Ende Oktober. "Da die Strecke fast komplett im Wald verläuft - Asphalt wird in den nächsten Wochen noch genug gelaufen - konnte ich während des ganzen Laufes mein angestrebtes Tempo durchhalten", so einfach erklärt Roger seine für den jetzigen Zeitpunkt unglaubliche Zeit von 35:09min. Ich kann mich nicht erinnern, dass er in den letzten beiden Jahren überhaupt eine Zeit dieser Qualität abgeliefert hat. Bei der Suche nach weiteren Erklärungen stößt man auf seine regenerative Sommerpause von bald zwei Monaten, die ihren Gipfel in einem Wanderurlaub in der Schweiz fand. Aus diesem kehrte er mit Astrid am Samstagabend zurück, um tags darauf zu testen, ob langes langsames Laufen (Neudeutsch: Wandern) einen schnellen Zehner fördern kann. Nach seinem eindrucksvollen Rennen, bei dem er bis auf Gesamtplatz vier vorlief, stellte er jedenfalls fest: "gemütliches Wandern schadet nicht. Test bestanden". Wenn Roger diese Fitness in den kommenden Wochen richtig ausbaut und auf die langen Strecken übertragen kann, dürfen wir uns auf einen tollen Marathon freuen. Übrigens, in der aktuellen Frankfurter Starterliste befinden sich bereits 23 (!) Teammitglieder.

Gute Erinnerungen hat Guido an Mühlheim. Im Vorjahr markierte er dort eine neue Bestzeit über 10km, die den Trainingsauftakt für seinen bislang schnellsten Marathonlauf werden sollte. Am Sonntag wählte er die längere Strecke über 21,1km. Die Ausgangsbasis war im Vergleich zu 2007 aber ungleich schlechter. Rückenprobleme machten ihm jüngst zu schaffen. Nach einigen Zwangspausen stieg er wieder ins Training ein, verschwieg uns einfach seine Teilnahme am HM in Klein-Karben (1:32:03h) und beim Zehner in Nidderau-Eichen (41:04min). Dazwischen packte er gute siebzig Kilometer in das Wochenprogramm, die mit einem 33er den Abschluss fand. Und jetzt erklärt mir dieser Tiefstapler zum HM Mühlheim: "den wollte ich eigentlich nur gut laufen. Aber dass es so gut klappte, hätte ich auch nicht gedacht". Nach gut zwei Kilometern fand er seinen Rhythmus, zog dann sechs Kilometer zügig durch und traf bei Marke acht auf einen gleichwertigen Partner mit den selben Zielen: "Wir haben uns dann bis zum Schluss richtig hoch gepuscht". Das Ziel erreichte er - auf Gesamtplatz 24 liegend (unter 391 Finishern) - nach 1:28:16h. Damit lief Guido eineinhalb Minuten schneller als beim diesjährigen Limeslauf, tilgt seine alte Zeit aus unserer Bestenliste und rutscht wieder einige Plätze nach vorne. Man muss kein großer Gelehrter sein, um ein schönes Erlebnis in Frankfurt vorherzusagen! Hier noch die Ergebnisliste.

08.09.2008 Starker Auftritt von Jens Bauer beim ersten Darmstädter Marathon
Als ich Samstagmorgen am Rechner saß, informierte mich Jens quasi live über den Einlauf des Siegers beim ersten Darmstädter Marathon. Den Lärm der Zuschauer konnte er von seinem Büro in der Technischen Universität gut hören. Dort arbeitet der Dipl. Ing. bekanntermaßen fleißig an seiner Promotion. Er selbst war längst geduscht, denn für ihn stand an diesem Tag ein schneller Lauf über die halbe Marathondistanz auf der Agenda. Vorgenommen hatte er sich eine Zeit unter 1:20h, am Ende sind es zweiundzwanzig Sekunden mehr geworden. "Das Training hat eigentlich gepasst. Es lag wohl an den gut 200 Höhenmetern, die zu überwinden waren", erklärt er sich und uns diesen kleinen, unvorhergesehenen Mangel. Endlich konnte er diesen "Schandfleck" aus seinem Sportlerportrait tilgen, denn seit Karlsruhe 2006 musste er mit einer Zeit leben, die sage und schreibe neun Minuten hinter dieser aktuellen Bestzeit lag. "Eigentlich sollte ich den Wald ja gut kennen, schließlich gehe ich hier schon seit etwa sieben Jahren immer mal wieder joggen". Die Anstiege überraschten ihn trotzdem und nervten tierisch. Über 6300 Läufer(innen) trafen auf ideale Bedingungen. Bei milden Temperaturen und leichtem Nieselregen wurden sie am frühen Samstag allerdings nicht durch, sondern um die Stadt gelenkt. Im nächsten Jahr soll das Event an einem Sonntag durchgeführt werden und zwar als Stadtlauf. Jens sprach von einer ordentlich organisierten Veranstaltung, lediglich einige Nadelöhre auf der Strecke störten ihn. Dass die Abgabe der Kleiderbeutel zu lange dauerte und viele Läufer deshalb kaum zu ihrem Startblock kamen, schreibt er der noch fehlenden Routine zu. Schließlich startete er bei einer Premiere. Die erzielte Zeit von 1:20:22h brachte ihm Platz vier in seiner Altersklasse und im Gesamteinlauf Rang dreizehn. An sich ein tolles Ergebniss, aber "vielleicht hänge ich den Mainuferlauf in Offenbach noch dran, da habe ich keine Berge zu erwarten". Dafür hat er jetzt fünf Wochen Zeit und wir erkennen an dieser Äußerung, dass er in diesem Jahr gerne noch die 1:19 sehen möchte. Ab heute wird ein bisschen regeneriert, um bei der Spessart-Challenge Bad Orb in zwei Wochen Vollgas geben zu können. Vielleicht findet sich noch jemand, der Lust hat, ihn zu begleiten. Hier die Ergebnisliste mit dem Link zum Veranstalter.

06.09.2008 Michael Schrauder liefert Knaller beim Abendsportfest in Pfungstadt
Das muss man sich mal vorstellen. Seinen letzten Bahnlauf über die 3000m Distanz bestritt Michael - abgesehen von unseren Trainings-Bahnläufen in Großwelzheim - im Jahre 2002 in Regensburg. Als 25-jähriger Student lief er damals die sagenhafte Zeit von 8:38min! Am Mittwochabend tauchte er in Pfungsstadt beim jährlichen September-Abendsportfest auf und haute dort wieder mal richtig auf die Pauke. In früheren Jahren lobt man das Sportfest wegen seiner hohen Teilnehmerzahlen. Doch in dieser Woche war das anders - es gab mehr Klasse statt Masse. Mit verantwortlich für die gestiegene Qualität dieses Events war der gelernte Mittelstreckler aus unserem Hause. In einem stark besetzten Läuferfeld holte Michael in 8:55,47 Minuten natürlich den Sieg in der M30 und erreichte den zweiten Platz in der gesamten Konkurrenz. Damit dürfte er in der bayerischen Bestenliste ganz vorne dabei sein. "Dabei sah es im Vorfeld noch so aus, als würde ich gar nicht fahren können", denn seine drei kleinen Töchter hatten sich stark erkältet und bedurften der Dauerpflege. Dann vertrat sich zu allem Überfluss seine Frau Jutta zwei Tage vorher auch noch den Fuß und der Papa legte seinen Lauf im 70 km entfernten Pfungstadt gedanklich schon zu den Akten. Die Mama erholte sich - Gott sei Dank - schneller als erwartet und entließ ihren Gatten aus der väterlichen Pflicht, wenigstens für einige Stunden. "Starker Regen auf der Hinfahrt hatte dann nochmal Zweifel an der Sinnhaftigkeit meines Unterfangens aufkommen lassen, aber meine letzten Trainingseindrücke bestärkten mich in der Hoffnung, dass ich die magische neun-Minuten-Marke nach langer Zeit wieder knacken würde können". Und der Erfolg gab ihm schließlich Recht. In dieser Klasseform hat der 31-jährige Studienrat nun alle Chancen, seinen letztjährigen Sieg beim Solarlauf Alzenau, an seiner beruflichen Wirkungsstätte Alzenau, demnächst zu wiederholen. Und zum Schluss lässt unser angenehmer Teamkollege noch eine interessante Ankündigung vom Stapel: "Wenn die Regeneration nach dem Lauf gut voranschreitet und ich mich nicht noch bei meinen Kleinen anstecke, bin ich recht zuversichtlich, beim Halbmarathon in Aschaffenburg nochmal eine Topleistung abliefern zu können". Jetzt wagt sich der Mittelstreckler tatsächlich auch auf die längeren Distanzen. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen. Hier die Ergebnisliste mit den fünf Erstplatzierten.

06.09.2008 Den Koberstädter Waldmarathon hätten wir fast vergessen
Dieses Event ging mir fast durch die Lappen. Gut, dass Sonja aufpasste und darüber informierte, dass aus unserer Truppe - vor knapp zwei Wochen schon - tatsächlich sieben Starter(innen) ins hessische Egelsbach reisten, um beim 30. Koberstädter Waldmarathon wenigstens die halbe Distanz abzuwickeln. Sonst hätten wir von den drei neuen Bestzeiten gar nichts mitbekommen. Wer mangels geografischer Kenntnisse sich vom Navigationsgerät nach Koberstadt führen lassen will, ist aufgeschmissen. Die nicht auffindbare Ortsbezeichnung Koberstadt steht nämlich nicht für den Veranstaltungsort des Waldmarathons, sondern für das Gebiet, in dem die Strecke verläuft. Die Koberstadt ist eine sehr alte Bezeichnung für ein ausgedehntes wildreiches Waldgebiet zwischen Frankfurt und Darmstadt. Start und Ziel des Koberstädter Waldmarathons liegt stattdessen in Egelsbach. Diese Erkenntnis gewann ich erst, nach dem Laufreport diesen Sachverhalt in seinem Artikel erläuterte. Die zweite Überraschung erlebte ich beim Erstellen der Ergebnisliste für unser Team. Ganz vorne steht der gute Daniel mit einer HM-Zeit von 1:33:59h. So schnell ist der junge Mann in seinem Leben über die 21,1km noch nicht gelaufen. Allen Respekt, er trainierte wahrscheinlich inkognito, denn kaum einer sah ihn beim Training. Und nun überraschte er uns mit einem kleinen Paukenschlag. Auch Markus gewinnt langsam wieder an Fahrt. Das regelmäßige Training führt auch ihn in die Nähe seines Allzeithochs. Erstmals lieferte Matthias mit sehr akzeptablen 1:41:54h ein belastbares Ergebnis für sein Sportlerportrait. Anscheinend konnte er in den Wochen vor dem Rennen etwas mehr Zeit für seine sportlichen Aktivitäten abzwacken als sonst. Denn solche Zeiten rennt man nicht einfach aus dem Stand. Er hielt in Koberstadt ein höheres Tempo durch als bei seinem 10er-Rekord vom Honischlauf im Juli. Die hier erzielten Bestmarken sind sogar stärker zu bewerten, weil es in dem Waldgelände eigentlich nie richtig flach zugeht. Die Anstiege sind zwar nicht steil, dafür aber meist sehr langgezogen. Sonja kümmerte sich während des Laufs um ihren nicht gerade austrainierten australischen Besuch. Da sie in den letzten beiden Wochen etwas angeschlagen war, passte das prima in ihr Konzept: "das war toll. Endlich lief ich mal nicht am Limit und wurde auch gar nicht rot im Gesicht". Weil Sonja bisher noch kein Ergebnis über die HM-Distanz abgeliefert hat, gehen die 2:11:53h jetzt in die interne Bestenliste ein. Falls dir diese Zahl nicht passt, hast du Anfang Oktober in Aschaffenburg Gelegenheit, dies vergessen zu machen. Das nicht gerade Zuschauer freundliche Gelände um Egelsbach hat das Sportlerehepaar Franz noch in guter Erinnerung. Vor genau zwei Jahren führte hier Steffi ihren Winnie - bei dessen Premiere - über die komplette Marathonstrecke. Für einen kommunalen Beamten war das schon eine bemerkenswerte Leistung. Heuer sah es nicht nach einer weiblichen Dominanz aus, denn die Ergebnisliste zeigt für Winnie achtzig Sekunden Vorsprung an. Neffe Felix hielt das Tempo locker mit. Hier noch die Ergebnisliste aus unserer Sicht.

04.09.2008 I have a dream - der Ötztaler Radmarathon: 238 Kilometer und 5500 Höhenmeter
Beim Lesen der vielen Einträge In unserem Forum konnten wir uns in den vergangenen Wochen und Monaten ein genaues Bild über das umfangreiche Trainingspensum, die gefressenen Höhenmeter und die zurückgelegten Kilometer des Ötztaler TSG-Teams machen. Einzelne verbale Attacken, ironische Wortmeldungen und lustige, offensive Ankündigungen inbegriffen. Christian kaufte also Anfang Februar sechs Startlose für sich und seine interessierten Radfreunde zur Teilnahme am Ötztaler Radmarathon und dann hieß es: Daumen drücken bis zur Auslosung am 07. März. Einen Kasten Weizen versprach Mario, falls Fortuna es gut mit ihnen meint und fügte hinzu: "vom Ötztaler zehrt man ein Leben lang". Er hat großen Respekt vor diesem Wahnsinnsevent und meinte vor vier Jahren beim Erstellen seines Sportlerportraits: "bevor ich meine erfolgreiche Karriere beende, muss ich den Ötztaler unter neun Stunden schaffen". Zigtausend Bewerber stritten sich um 4000 Startplätze. Als dann bekannt wurde, dass unsere Leute allesamt dabei sind, kannte die Euphorie kaum noch Grenzen. Der lädierte Michael hoffte nur, dass seine kaputten Knochen rechtzeitig heilen und er er das notwendige Trainingsvolumen auch leisten kann. Der jüngste im Bunde sollte wiederum Alex sein, der noch im Juli - bei der MTB-Alpenüberquerung - vom restlichen Team getestet und für gut befunden wurde. Obwohl er beruflich im eisigen Alaska länger festsaß, wollte Markus sich in Form bringen und seine Zeit aus dem Vorjahr vergessen machen und Oli bastelte sich für sein neues Kraftgel rechtzeitig einen schönen Patronengurt. Die Quartiere wurden gebucht, das Material auf Vordermann gebracht und dann war es am letzten Wochenende endlich so weit. Start und Ziel des Ötztaler Marathons befinden sich Sölden. Die Strecke führt zunächst über Oetz auf den Kühtaipass (2020m) und dann durch das Sellraintal über Innsbruck auf den 1377m hohen Brennerpass. Von dort aus geht es rüber ins Italienische, wo hinter Sterzing der Jaufenpass mit seinen 2090m zu bezwingen ist. Direkt hinter St. Leonhard (750m) beginnt der 30,5km lange und von den Radrennfahrern gefürchtete Schlussanstieg auf das 2509m hohe Timmelsjoch. Von hier geht es dann direkt hinab ins Ziel nach Sölden.

Die Wetterprognosen sahen gut aus. Erst abends sollte es gewittern, aber da wollten sie längst zurück sein. Um 5.45 Uhr standen Oli, Michael, Mario und Christian bereits am Start. Möglichst weit vorne, hieß die Devise, denn es sollten heuer mindestens einige Minuten schneller werden. Es war noch dunkel, das Thermometer zeigte gerade mal 10°C und plötzlich platze Christian ganz einfach mal der Hinterreifen. Der kriegte gleich die Panik, weil Mantel und Schlauch am Vortag neu aufgezogen wurden. "Mir war bei dem Gedanken, gleich mit 60km/h den Berg nach Ötz runter zu rasen, schon etwas mulmig", lässt er uns an seinem Innenleben teilhaben. Zum Glück war noch Zeit, einen neuen Schlauch aufzuziehen, aber er hatte bei der ganzen Sache ein ungutes Gefühl. Gleich nach dem Startschuss gings flott runter nach Ötz und dann zog sich das Feld - wie in jedem Jahr - zum Kühtai hoch ziemlich schnell auseinander. Jeder fuhr sein eigenes Tempo und Christian sah erstmal niemanden von seinen Teamkollegen. "Kurz vor der Bergankunft überholte mich Mario im dicken Gang". Angeblich musste er das, weil er keine kleinen Gänge fahren könne. Seine Übersetzung (39/23) sei schon ganz schön hart bei einer maximalen Steigung von 18%. "Ich hätte damit nicht fahren können", erzählte Christian, der dann zusammen mit Mario - in einer ziemlich großen Gruppe - den Brenner hochflog. In der Abfahrt nach Sterzing verlor er ihn wieder. Der Jaufenpass zog sich ganz schön zäh hin, auch weil die Temperaturen allmählich stiegen. Die Jungs kamen mit der Flüssigkeitsaufnahme kaum nach. Die Verpflegungsstelle am Jaufenpass führte die Radfreunde erneut zusammen. Gemeinsam begaben sie sich in die Abfahrt, wo sich Christian wieder schnell absetzte. Er sprach von der Hölle, wegen der schlechten Straßen und den engen und schmalen Kurven. Hier ist totale Konzentration gefragt, also nix für Anfänger. Zwischen den beiden Teamkollegen entwickelte sich im Laufe der Zeit eine gesunde Konkurrenz, die gerade auf solchen Touren die Lust am Biken fördert. Jeder kennt die Stärken und Schwächen des anderen. In diesem Gefälle brauchte Mario seine Zeit, Christans Vorsprung wuchs: "Ob das natürlich ausreichte, wusste ich nicht, aber ich bin schön mein Ding gefahren". Richtig brutal wurde es in St. Leonard, mindestens 35 °C. Die Sonne brannte, kein Schatten war in Sicht - die Hölle auf Erden. "So gequält habe ich mich schon lang nicht mehr und beim Ötzi so auch noch nie". Der Berg nahm kein Ende. Als Christian nach 8:08h oben auf dem Timmelsjoch ankam, wurde ihm langsam klar, dass die neun Stunden diesmal tatsächlich fallen. Sogar dann, wenn er bis zur Mautstelle komplett schieben müsste. Nach 8:40:42h erreichte er fix und fertig, aber total glücklich, als erster TSGler das ersehnte Ziel. Gut sechs Minuten später sah er seinen internen Mitstreiter Mario strahlend die Ziellinie überqueren. "Ein Traum ging in Erfüllung", schwärmte er überschwänglich und sprach vom "genialsten Rennen meiner bisherigen Laufbahn". Nach einem gelungenen Rennen, in dem aber wirklich alles passte, neigt man gerne mal zur Übertreibung. Unser südländisch wirkender Radfreund - nicht nur seines Vornamens wegen - drehte sogleich weiter an der Stellschraube, in dem er sein Ziel für die nächsten Jahre verkündete: "deutlich unter 8:30 Std." und fügt hinzu: "die Laufschuhe werden bis auf weiteres an den Nagel gehängt". Wer's glaubt, wird selig.

Die eigentliche Überraschung lieferte für mich an diesem Tag Michael. Nach seinem bösen Sturz im Frühjahr kämpfte er sich bravourös heran und hielt in Österreich volle Kanne mit. Doch das Pech zieht er in diesem Jahr förmlich an. Am Brenner stieß ihn ein Mitstreiter wegen eines Kettenklemmers ungewollt vom Rad. Unserem Teamkollegen selbst ist zwar nichts passiert, aber er fiel auf sein Schaltwerk, das in der Folge nicht mehr einwandfrei funktionierte. Er konnte den leichtesten Gang nicht mehr schalten und hatte somit am Berg einige Schwierigkeiten. Mit Gefühl und Geschick erreichte er die nächste Servicestation, wo er mit fachmännischer Hilfe seine Probleme lösen konnte. Auch er bleibt mit 8:50:16h noch unter der magischen Grenze von neun Stunden - trotz dieser Zeiteinbußen - und ist damit mehr als eine Stunde schneller als 2007. Das ist kaum zu fassen. Mit seiner Familie, die ihn nach Österreich begleitete, macht er im Moment verdientermaßen ausgiebig Urlaub. Von einem vollen Erfolg spricht auch Oliver, der schon einige längere Touren erfolgreich absolvierte, zuletzt das 24h-Rennen am Nürburgring in der Vorwoche. Seine Erwartungshaltung beim Ötztaler: einigermaßen aufrecht ankommen. Also fuhr er von Anfang an sein Tempo und ließ sich im Strom der anderen Teilnehmer nicht mitreißen. Nach der rasanten Abfahrt von Sölden nach Ötz radelte er schön gleichmäßig hinauf Richtung Kühtai. "Hier warteten mit fast 18% die härtesten Steigungen der ganzen Strecke auf uns". Nach kurzem Stopp an der Labestation raste er im Höllentempo hinunter Richtung Innsbruck. "Vor dem Brenner gabs ordentlich Gegenwind und man war gut beraten, sich eine gute Gruppe zu suchen". Inzwischen kam die Sonne raus, ein heißer Tag kündigte sich an. Die Steigung zum Brenner empfand Oli zwar lange, aber nicht so anspruchsvoll. Oben füllte er sein Flaschen, vernaschte zwei Stück Kuchen - und ab gings Richtung Jaufen. Dieser Anstieg war dann deutlich steiler und lag teilweise voll in der Sonne. "Kam mir viel länger vor als der Anstieg zum Brenner". Bei der Abfahrt vom Jaufen nach St. Leonhardt traf er dann auf ein  Muster italienischer Straßenbaukunst: wechselnde Teerbeläge, dicke Längsrillen und Schlaglöcher. Hier war wirklich Vorsicht geboten. Unten begann dann auch für ihn die Königsetappe zum Timmelsjoch. Die Rampen waren in der Mittagssonne richtige Schwitzkästen und etliche Teilnehmer mussten sich im Schatten ausruhen und krampfende Waden dehnen. Ihm blieb das dank Michaels selbst gebastelter Salztabletten erspart. Trotzdem wartete er immer noch darauf, dass der Hammer auch ihn erwischte. Also behielt Oli seinen gleichmäßigen Rhythmus. Alle 20-30 Minuten ein Schluck Gel mit genügend Wasser. "Ich war erstaunt, wie gut es immer noch lief. Beim Blick auf die Uhr schien es mir nicht mehr unmöglich, die 10h-Marke zu knacken". Als er die Passhöhe erklommen hatte, konnte er es kaum fassen, dass es jetzt fast nur noch bergab ging und das Ziel nahte. Nach rasanter Abfahrt ging es nochmal eine kleinere Steigung zur Mautstation hinauf. Danach trennte ihn nur noch die Schussfahrt nach Sölden vom heiß ersehnten Ziel. Nach 9:41:53h flog Oliver Assmus - deutlich schneller als erwartet - im bekannten Ötztaler Wintersportort ein.

Sieben Minuten nach dem Startschuss rollten in der Morgendämmerung endlich auch Markus und Alex gemeinsam über die Startlinie. Bei Alex kam kurzzeitig nochmal Nervosität auf, weil 238km mit 5500 Höhenmetern für ihn doch eine ordentliche Hausnummer sind und "ich das erste mal überhaupt länger als 180km im Sattel verbringen werde". Zum Glück erleichterten die leichten Laufräder, die er von Arnd bekam, die gesamte Schinderei. Mit Markus hatte der junge Mann einen Partner an der Seite, der vor Jahresfrist die gleiche Tour schon einmal in knapp elfeinhalb Stunden bewältigte. Nach seinem Sturz verhält der sich inzwischen sehr vorsichtig, insbesondere bei gefährlichen Abfahrten. Geschwindigkeiten weit über der 50km/h-Grenze nimmt er nicht mehr ohne weiteres auf sich. Alex hielt sich übrigens im gesamten Rennverlauf an das Versprechen, das Arnd ihm vor der Reise abverlangte: immer aus dem Wind halten und permanent zurücknehmen. Leider wurde unserem Youngster schon nach wenigen Kilometern deutlich gemacht, dass dieses Unterfangen eher zur gefährlichen Sorte gehört, denn die ersten Gefallenen der Schlacht durften alsbald gesichtet werden. Aus Scherereien dieser Art hielt er sich bewusst raus und begann mit dem Anstieg auf das Kühtai. "Stets in mich hinein horchend fuhr ich mein Tempo im Berg". In der oberen Hälfte schloss Markus wieder zu ihm auf. So fuhren die beiden bis zur ersten Bergwertung gemeinsam und trennten sich erst auf der Abfahrt nach Innsbruck. Auf dem Brenner erwischte Alex eine harmonische Gruppe und schaffte so die zweite Bergwertung in einem 26er Schnitt. Oben wurden die Flaschen gefüllt und ab gings nach Sterzing runter, wo die dritte Bergwertung wartete.

Mit Arnds Mahnungen im Hinterkopf hielt er ein konstantes Tempo und erreichte die Höhe mit einem knappen 16er Schnitt. Beim Wasser tanken sprach ihn ein Biker an, ob er seine mitfüllen könnte. Es handelte sich dabei um seinen Teamkollegen Markus, der unbemerkt wieder zu ihm aufschloss. Nach kurzem Smalltalk stürzte sich die Zweckgemeinschaft hinab nach St. Leonhard und nonstop in den Anstieg des Tages. Das Timmelsjoch wartete mit einem 30km langen Anstieg und teilweise 14%igen Steigungen. "Gemein ist, dass es im unteren und im obersten Teil so furchtbar steil ist". Unten hatte es gefühlte 40°C und die Getränke waren ruckzuck verbraucht. Zum Glück fanden sie hier zwei inoffizielle Getränkestellen, so dass sie den Anstieg zur nächsten Verpflegungsstelle nicht ganz trocken fahren mussten. Ab Kilometer 180 erlitt der erschöpfte Alex seinen einzigen richtigen Krampf während des gesamten Rennens. Für ihn wurde die Fahrt jetzt etwas unangenehmer, "allerdings war es noch gut erträglich". Nach der Hälfte des Anstiegs schloss der ziemlich fitte Markus wieder zu ihm auf. Gemeinsam bewältigten sie ein Stück des Weges, bevor sich Markus nach vorne verabschiedete. Auf den letzten Kehren brachte Alex nicht mehr genug Druck auf die Pedale. Krämpfe drohten in beiden Oberschenkeln, teilweise musste er sogar schieben. Das war ja auch kein Wunder, denn sein Körper befand sich inzwischen in einem Bereich, den er zuvor noch niemals genießen durfte. Die Flasche Red Bull hielt auch nicht, was sie dauernd verspricht. Trotzdem schaffte er die Passhöhe und sah sich während der Abfahrt immer noch in der Lage, ein paar Leute zu überholen. In der Ferne zuckten schon die Blitze aus dem nahenden Gewitter. "Ich legte noch einen Zahn zu und fuhr mit 90km/h in den letzten Anstieg des Tages, die Mautstelle am Timmelsjoch, mit den finalen 200hm". Dem Gewitter, verbunden mit einem Wolkenbruch und starkem Temperatursturz, konnte er nicht entgehen. Es hatte gerade noch fünf Grad, als Alex bei starkem Regen in die Abfahrt nach Sölden einfuhr. Wegen starker Unterkühlung sah er sich nicht mehr in der Lage, das Flair im und um den Zielbereich zu genießen. Nach strapaziösen 10:44:34h im Sattel sehnte er sich nur nach einer warmen Dusche und seinem Bett. Knapp drei Minuten vor ihm fuhr Markus über die Ziellinie. Er verbesserte sich gegenüber 2007 um eine geschlagene dreiviertel Stunde. Somit trotzten sechs Kleinostheimer Triathleten erfolgreich einem riesigen Feld von Radspezialisten und vollbrachten eine gewaltige Leistung. Hier die Ergebnisliste unseres Teams, das übrigens Platz 48 belegte und noch eine kleine Fotoserie.

02.09.2008 Peter Ungemach startete beim Riesenbecker Triathlon
Natürlich kennt den Riesenbecker Triathlon keiner von uns. Aber Peter ging dort - in der Nähe von Osnabrück - zum Saisonabschluss nochmal über die olympische Distanz, weil er seine sportlichen Aktivitäten mit einem Besuch bei seiner dort lebenden Tochter Lara verbinden wollte. Er tat dies auch in der Hoffnung, die als Konditionswunder bekannte junge Dame mal zu einem Triathlon animieren zu können. Er berichtete von der Einzigartigkeit dieser Veranstaltung: idyllisch gelegen im Erholungsgebiet Torfmoorsee mit landschaftlich schönen Strecken. Ein für Zuschauer jederzeit überschaubarer Wettbewerb und ein enthusiastisches Publikum, das mit seinem Elan fast jeden Triathleten über die Ziellinie trug. Der Riesenbecker Triathlon ist mit seiner familiären Atmosphäre längst zu einem Mekka der Triathleten geworden. Allerdings machte die große Hitze unserem Teamkollegen zu schaffen: "meine Accus fühlten sich leer an". Trotzdem war er besonders glücklich und zugleich erstaunt über seine Schwimmleistung, die mit 26:45min für 1500m ganz ordentlich war. "Diesmal hatte ich auch mehr Platz und von hinten drängelte fast niemand". Auf dem Rad fühlten sich seine Beine sehr schwach an und die elend langen Geraden, mit permanentem Gegenwind, machten Peter langsam aber sicher mürbe. "So gesehen muss ich mit einem 35er Schnitt zufrieden sein". Die Hitze und die direkte Sonnenbestrahlung spielten auf den abschließenden zehn Laufkilometern eine große Rolle. Im Vergleich zum Rodgauer Triathlon der Vorwoche musste er sich zwangsläufig eine Minute mehr genehmigen, doch auch 46:41min sind wegen der äußeren Bedingungen zum Saisonende vollkommen in Ordnung. Letzten Endes hinterließ der sportliche Papa mit seinem engagierten Auftreten bei Tochter Lara mächtig Eindruck. Hier die Ergebnisliste mit dem Link zum Veranstalter.