TSG Kleinostheim - Ausdauersport

 

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31.10.2007 Tour de Tirol - Tobias Hegmann wird bester Deutscher nach drei Rennen
Zum zweiten Mal wurde die dreitägige Tour de Tirol durchgeführt, mit dem 10km Lauf in Reith im Alpbachtal, dem Kaisermarathon von Kitzbühel über die Hohe Salve nach Ellmau und dem abschließenden Halbmarathon Rund um den Walchsee. Die Idee entstand bei einem Glas Bier mit Jonathan Wyatt, dem besten Bergläufer der Welt. Er suchte nach einer Möglichkeit, die auf flachen Strecken unschlagbaren Kenianer bei einem Mehr-Etappen-Lauf über verschiedene Strecken und Profile zu besiegen, was im jetzt auch zum zweiten Mal gelang. Aus unserem Team stürzte sich kein anderer als Tobias Hegmann in dieses unkalkulierbare Wagnis. Er nahm diesen Dreikampf nicht auf die leichte Schulter und reiste lieber mal zwei Tage vorher an, um sich den Gegebenheit in der Höhe anzupassen. Dann ging es freitags um 18.00 Uhr endlich los mit dem Prolog, einem 10km Abendlauf in Reith im Alpbachtal, dem schönsten Blumendorf Europas. In der Ausschreibung ist die Rede von einer flachen Runde um den See, doch in der Praxis gings permanent rauf und runter. Tobi hatte sich vorgenommen locker anzufangen, um sich für die Berge zu schonen. "Es lief auch super, immer weiter rutschte ich nach vorne, ohne mich zu quälen. Ständig gings hoch und runter, über Teer, Wiesen und Schotter, für Abwechslung war gesorgt. Am Ende musste ich dann nochmal richtig Gas geben, um zwei Mitläufer abzuhängen, weil ich dachte, die sind sicher in meiner Altersklasse. Und es hat sich auch gelohnt". Am Ende stand Platz zwei in der AK und Platz acht insgesamt fest, in einer Superzeit von 33:27min. Auf dem Treppchen standen drei Kenianer und Tobi wusste, morgen geht noch was.
Samstag: Kaiserwetter - Kaisermarathon. Der absolute Höhepunkt stand auf dem Programm und die äußeren Bedingungen waren wirklich traumhaft. Um 11 Uhr wurde das Feld auf einen harten Marathon mit 2000 Höhenmetern geschickt. Mit ein paar kleinen Anstiegen und einem leicht welligen Geläuf passte der Kurs in Tobis Konzept. Eine Spitzengruppe von sieben Läufern bildete sich, dahinter eine kleine Verfolgergruppe mit unserem Teamkollegen. Irgendwann rutschten sie zu einer Gruppe zusammen. Die Stars hatten es nicht besonders eilig, pinkelten in Seelenruhe am Wegesrand - und plötzlich hatte Tobias mit einem guten Bekannten die Führung inne. In Söll durften sie sich somit den größten Applaus abholen. Dann kam der erste Angriff, danach wieder Tempodrosselung und sie schlossen wieder auf. "Nach 14 Kilometern war ich dann mit Wyatt, Schwarz und Ambrose Bitok alleine. Kiplomo Bett hatte sich nach vorne abgesetzt, die anderen waren nach hinten weggefallen". Der Halbmarathon mit bisher 400 Höhenmetern ging in 1:21h durch und dann war Schluss mit einrollen. Der Zweiradmechaniker verglich die bis dahin verlaufene Zeit mit seinen 35er Trainingsläufen und dem Warten auf die Endbeschleunigung. Auf den nächsten 21 Kilometern erwartete er 1600hm. Zuerst ging es den Hartkaiser hoch. Meist gleichmäßig mit wenigen steilen Rampen. Nach 29km und 2:05h war er oben und erreichte nach 2:45h das Hexenwasser. Hier hörte dann der Spaß auf. "Die letzten dreieinhalb Kilometer waren die größte Quälerei, die ich je erlebt habe. So schlecht ging es mir noch nie beim Laufen". Unser Sportfreund joggte noch 150m, bevor er zum Walken überging bzw. schwankte und durchlebte nie gekannte Tiefen. An der Verpflegungsstelle schob er mehrere Riegel Schokolade rein und verspürte kurzfristig Besserung. Die Zuschauer mühten sich redlich ab, aber es half nicht viel. Dann kam überflüssigerweise noch eine brutale Rampe, ein Konkurrent seiner Altersklasse zog vorbei und nahm ihm bis ins Ziel noch 30 Sekunden ab. "Das erste Käsebrötchen schlang ich ohne zu kauen am Stück hinunter, dann drei Milkyway, vier Stück Apfel, ein weiteres Käsebrötchen, sechs Schokowaffeln, einen Liter Iso, zwei Becher Tee - und fror wie ein Hund". Für die phänomenale Aussicht und das tolle Panorama hatte Tobi nichts mehr übrig. Er fuhr mit der Bahn nach unten, wärmte sich sofort in der Sauna auf und weckte langsam wieder die Lebensgeister. Und abends musste er sich erschreckende Bilder und Videos vom Zieleinlauf betrachten. Trotzdem konnte er zufrieden sein, denn neben dem erreichten siebten Platz rutschte er im Gesamtklassement nach diesen 3:33:34h auf Rang sechs vor und war zweiter der M30. Wie soll das morgen mit dem Halbmarathon werden? Die Beine waren schwer, aber das kennt er ja vom Brüder-Grimm-Lauf und vom Transalpine-Run.
Sonntag: Finale - Halbmarathon um den Walchsee. Das Wetter war schon wieder perfekt, seine Muskeln aber müde. "Beim Einlaufen wurde es langsam besser und ich war guter Dinge. Ich hoffte dass eine Zeit knapp unter 1:18 reichen würde, um die Platzierung zu verteidigen". Aber es ging sofort die Post ab. Seine beiden Konkurrenten hatten die Ergebnisliste ebenfalls studiert und gaben sofort Gas. Irgendwann riss einer ab, Tobi blieb am zweiten dran, damit nichts anbrennt. Es ging im Gleichschritt um den Walchsee, die Kilometerzeiten lagen alle knapp unter 3:30min. Bei Kilometer vierzehn schwächelte sein Mitstreiter erstmals und es tat sich eine Lücke auf. "Ich war darüber nicht unglücklich, nahm Tempo raus und ließ ihn wieder herankommen". Sie wechselten sich im Wind ab. Bei Kilometer 17 hatte Tobi sich gerade auf ein lockeres Auslaufen eingestellt, als der vermeintlich Geschlagene wieder bei ihnen auftauchte. Also ging das Tempo wieder hoch. An einem kleinen Anstieg zog er dann einen Sprint an und konnte beide abhängen. Doch die Jungs kämpften wie die Irren und trieben unseren Freund unermüdlich vor sich her, so dass das Trio im Sekundenabstand das Ziel erreichte - alles blieb beim Alten. Die Zeit von 1:14:08h verschlug ihm die Sprache, nur einen Tag nach dem Wahnsinnsmarathon mit seinen 2000 Höhenmetern. "Ich hätte vorher nie geglaubt, dass so was möglich ist. Da sieht man mal was geht, wenn man muss. Insgesamt ein super Saisonabschluss, wenn auch viel härter als geplant. Gute Organisation, interessante Strecken und ein außergewöhnliches Event", meinte ein glücklicher und total ausgepowerter Tobias Hegmann bei der Siegerehrung. Hier seine Ergebnisse zum Nachschlagen und bei Laufreport gibt es einen schönen Bericht nachzulesen.

30.10.2007 Zwei Platzierungen bei den Ufr. Berglaufmeisterschaften in Lohr erkämpft
Der Lohrer Berglauf, der heuer zum vierten Mal ausgetragen wurde, ist nicht unbedingt jedermanns Sache. Unter Wettkampfbedingungen elf Kilometer fast nur aufwärts und dabei insgesamt 520 Höhenmeter meistern, das mag jedoch unser Fliegengewicht Tobias Hegmann besonders gerne. Ausgiebig vorbereitet hatte er sich auf der anstrengenden Tour de Tirol, über die wir noch berichten werden. Beim Start traf er seinen Mannschaftskollegen Bernie Schneider, der sich diese Quälerei - hinauf zum Ziel auf der Solhöhe (536m ü.NN) - ebenfalls antun wollte. Die schwierige Strecke führte 168 Aktive teilweise durch den Naturpark Spessart, von dem zumindest die Spitzenläufer wenig sahen. Denn vorne ging sofort die Post ab und die uns sehr gut bekannte junge Garde aus der Rhön legte ein Höllentempo vor, unter den Augen des Berglauf-Bundestrainers Wolfgang Münzel. Der musste natürlich auch unseren Tobias gesehen haben, der erfolgreich versuchte, die Abstände nach vorne zu halten. Kurz nach den Mitgliedern der deutschen Junioren-Berglaufnationalmannschaft kam er als fünfter oben an und sicherte sich den Meistertitel in seiner Altersklasse M30. Bernie fühlt sich eigentlich im hügeligen Gelände auch ziemlich wohl, denn fast bei jedem Trainingslauf macht er - auf Grund seiner Wohnlage - zwangsläufig und ausgiebig Höhenmeter. Vom Feld der qualitativ hochwertigen unterfränkischen Spitzenläufer, die allesamt 20-25 Jahre jünger waren als er, war er schon beeindruckt. Mit seiner Laufleistung konnter er sehr zufrieden sein, denn sie reichte für einen Podestplatz in der Unterfrankenwertung aus. Zum Renntag selbst meinte Bernie: "Tolles Wetter, anspruchsvolle Strecke und es ist schon was anderes, wenn man die ganze Zeit fast nur bergauf läuft". Recht hat er. Hier gehts zur Ergebnisliste.

30.10.2007 Weitere Fotos und Informationen vom Marathon Frankfurt
Nun sind zwei Tage vorbei und die Schmerzen lassen langsam nach. Der eine oder andere geht die Treppe zwar noch rückwärts runter, doch die Glücksgefühle überwiegen und wirken mitunter länger nach. Inzwischen steht - wie gestern angekündigt - eine weitere Fotoserie zum Abruf bereit. Vielen Dank an unsere vielen Fotografen an der Marathonstrecke, die ihre digitalisierten Eindrücke zur Verfügung stellten. Bei Laufreport gibt es übrigens einen Rennbericht zum Frankfurt Marathon, der einen neuen Streckenrekord (2:07:58h) und einen Teilnehmerrekord von 18.245 Läufer(inne)n sah, davon alleine 11.483 Marathoni.

29.10.2007 Marathonbestzeiten am laufenden Band - TSG-Team in den Top Ten
Die wesentlichen Informationen vom Frankfurt Marathon verbreiteten wir schon gestern Abend, doch heute gehen wir ins Detail. Unabhängig von den tollen Leistungen unserer kompletten Truppe widmen wir uns zuerst mal dem Einsteiger Andreas Heilmann, der unter dem frischen Eindruck des Wettkampfes, also noch voller Emotionen und Glücksgefühlen bemerkenswerte Aussagen machte. Er schilderte eindrucksvoll die vielen Facetten des Marathons, die er in 2:37:09h durchlebte: "Die Leichtigkeit, Begeisterung und mitreißende Atmosphäre der ersten 10 km. Das Hoffen auf den folgenden fünf Kilometern, dass meine Wade sich nicht weiter verhärtet und sich die Atmung nach der ersten Verpflegung wieder normalisiert. Die Euphorie, dass ich trotz Tempoerhöhung in der Gruppe um Dieter Baumann locker mitlaufe. Der Kampf, das Tempo und die bis dahin perfekt harmonierende Gruppe zu halten. Der Zweifel, ob ich trotz starker Zwerchfellschmerzen noch gut ankomme. Das einsame Leiden in den zugigen Hochhausschluchten. Die Lichtblicke, als mich die TSGler frenetisch anfeuern und mir Günter G. Cola reicht. Das unbeschreibliche Gefühl, in die Festhalle einzulaufen. Die kurzzeitige Leere nach Überschreiten der Ziellinie. Das freudige Realisieren, 42,2km in 2:37:09 zurückgelegt zu haben und die Erkenntnis, aufgrund des Durchlebens dieser emotionalen Höhen und Tiefen nicht nur als Läufer gewachsen zu sein. Ähnlich wie griechisches Theater, nur vielfältiger und intensiver"! Es ist auch für mich ein Erlebnis der besonderen Art, wenn unser sympatischer und eher zurückhaltender Teamkollege sein Innerstes so nach Außen kehrt und seinen Gefühlen freien Lauf lässt. Doch das hat natürlich eine Vorgeschichte, denn in den letzten beiden Wochen haben zuerst akute Achillessehnenschmerzen und dann eine Wadenverhärtung den Start in Frage gestellt. Andreas konnte somit nur auf fünf Wochen Marathontraining mit durchschnittlich 93km/Woche zurückblicken. Tatsächlich ist er aber mit dem Rennverlauf trotz seines Einbruchs auf den letzten 10km sehr zufrieden. Glücklich war er insbesondere über seine Entscheidung, in der Gruppe um Dieter Baumann mitzugehen. "Letztlich habe ich hier von der gleichmäßigen Tempoarbeit von mindestens vier Pacemakern profitiert. Sie haben Dieter eher bremsen müssen und nicht nur Phillip Büttner war ein echtes Uhrwerk mit breitem Windschatten". Auf den letzten 10km konnte dann eigentlich nichts mehr anbrennen und Andreas war zuversichtlich, mit einer guten Premierenzeit finishen zu können. Trotz starkem Seitenstechen und verhärtetem Oberschenkel konnte er sein Tempo um einen Vier-Schnitt herum stabilisieren. Er bedankt sich bei allen, die ihn im Vorfeld mit wichtigen Tipps versorgt und in ihre Erfahrungen auf den 42,2km eingeweiht haben, ganz besonders Wolfi und Roger. Die Unterstützung auf der Strecke durch die TSG-Fans war für ihn sehr hilfreich. Seine Eltern hatten das Wochenende ganz auf dieses sportliche Ereignis abgestellt und sind mehr als 120km mit dem Rad gefahren, um ihn bestens zu betreuen. Andreas bedauerte es sehr, den Abschluss bei Enzo nicht mitfeiern zu können, weil er abends noch im Erlangener Labor seine Zellkultur versorgen musste.
Hinter Andreas trugen sich weitere sechzehn Teammitglieder in die Ergebnisliste ein, darunter drei Frauen. Insgesamt dreizehn Bestzeiten lassen auf eine optimale Vorbereitung schließen. Die äußeren Bedingungen taten ein Übriges. Die Athlet(inn)en fanden ideale Temperaturen (10°C beim Start um 10.00 Uhr) vor und verspürten kaum Wind. Manni Scherer, unser Vorturner im weitesten Sinne, lieferte in diesem Jahr schon einige Knaller ab. Er kündigte für Frankfurt ein Ergebnis unter drei Stunden an und kam auf dem roten Teppich in der Festhalle genau sieben Minuten früher an. Während der HR Fernsehübertragung konnte man den bärtigen Manni sehr gut erkennen und im Hintergrund den zu neuen Ufern eilenden Mario Stenger. 23 Sekunden Abstand gönnte dieser seinem Abteilungsleiter - und sich eine neue Bestzeit: "Die war nicht geplant, hat sich aber so ergeben". Mit zunehmendem Alter wird Mario cleverer! Früher beschaffte er sich in der ersten Hälfte jede Menge Vorsprung, den er aber in den seltensten Fällen (eigentlich nie) nach Hause brachte. Gestern war alles anders. Nach 1:27:38h überquerte er die Halbmarathonlinie und wartete fortan umsonst auf irgendeinen Schwächeanfall. Sechs Jahre nach seinem Hamburger Ergebnis läuft ein gereifter Athlet in 2:53:23h zu neuer Form auf. Im Übrigen verhielt sich das komplette Team weitgehend diszipliniert. Dies lässt sich aus den einzelnen Splitzeiten der Ergebnisliste recht übersichtlich ablesen. Um ganze vierzehn Minuten steigerte Oliver Assmus seine Leistung aus dem Vorjahr an gleicher Stelle. Legt man seine Zeiten aus den kürzeren Distanzen zu Grunde, müsste die Dreistundenmarke bald fallen. In unserer Hitliste weiter nach vorne arbeitet sich permanent Stefan Günther. Er macht immer noch Sprünge um elf Minuten, wie bereits im Frühjahr beim Mainzmarathon. Dieser unkomplizierte und recht offeneTyp lässt jeden gerne in sein Onlinetagebuch blicken und ist tatsächlich noch zu haben! Sehr konstant bewegte sich Norbert Stein. Er behielt seinen Rhythmus auch in der neuen Altersklasse, hatte auf der Strecke viel Spaß, war allerdings auf sich alleine gestellt.
Einen hervorragenden Einstieg in die Altersklasse W45 verschaffte sich Birgit Reuter mit einem unheimlich konstanten Laufrhythmus. Es ist nicht nur das tolle Ergebnis, das sie auszeichnet, sondern der Weg dahin. Der Veranstalter hätte seine Uhr nach dem von ihr eingeschlagenen Tempo stellen können. Sie teilte ihre Kraft entsprechend ihres Leistungsvermögens richtig ein, schwächelte nicht einen Moment und steigerte ihre beste Marke (Hamburg 2003) um fünf Minuten. Die steht nun bei 3:31:11h und bedeutet Platz 17 ihrer AK. Die zweite Hälfte lief Birgit eine gute halbe Minute schneller als die erste - sowas machen nur die Guten. Sie vergisst auch nicht, sich bei Trainer Wolfi Höfer zu bedanken, der ihr den passenden Trainingsplan schrieb: "Bester Coach von Welt". Kurz nach ihr lief sehr glücklich Guido Vongries über die Ziellinie. Genau so hatte er sich sein Marathondebüt vorgestellt. Ein Einstieg in 3:32:30h, trotz muskulärer Probleme gegen Ende, stärkt sein Selbstvertrauen und macht Lust auf mehr. Die Leistungskurve von Klaus Jäger zeigt nach wie vor nach oben. Mit seinem Erfolg ist er nun sicherlich einer der schnellster Krankenpfleger im Umkreis. Und er wusste was sich gehört, als er ausgerechnet in 3:33:33h eine neue persönliche Bestzeit aufstellte. Die erste Runde beim Italiener landete auf seinem Deckel und im Verlauf des recht lustigen Abends stellten wir übereinstimmend fest dass der Typ zu uns passt, wie die Faust aus Auge. Und Manfred Steffen hat es wirklich wahr gemacht. Er lief in seinen komischen Crocs tatsächlich den Marathon - und auch noch in ordentlichen 3:39:27h. Hoffentlich kriegt er von Asics keine Klage an den Hals.
Drei Jahre musste Rainer Simon warten, um in unserer Marathon-Bestenliste wenigstens einen kleinen Schritt zu machen. Bis Kilometer 25 konnte man seine wahren Absichten erkennen. Er weiß selbst, wo der Hebel für die nächsten Schritte anzusetzen ist. Doch jetzt steht er mal bei 3:42:46h. Wenn man die reinen Zahlen sprechen lässt, lieferte Andreas Schweibert den stärksten Knaller ab. Im letzten Jahr lief er in Frankfurt eine dreiviertel Stunde langsamer. Was seitdem passiert ist, wissen wir. Er unterwarf sich bedingungslos einem ehrgeizigen Greifplan, zog diesen kontinuierlich durch und landete am Ende dort, wo er hinwollte - bei 3:44:39h. Wir müssen diesem Himmelsstürmer jetzt noch erklären, dass es so nicht weitergehen wird. Freudestrahlend saß gestern Abend Jochen Hoffmann bei Pizza und Pinot Grigio zwischen seinen Läuferkolleg(inn)en. Im Frühjahr wirkte er beim Würzburg Marathon ziemlich deprimiert, es lief nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte. Gestern hatte er Bammel, das Knie würde nicht halten, und ging pessimistisch ins Rennen. Bis Kilometer 36 konnte Jochen mit Andreas mithalten, dann ließ er ihn ziehen. Dass gegen Ende der Muskel zuckt und die Wade mal einen Krampf einfängt, ist halbwegs normal. Bei einer Leistungssteigerung um 18 Minuten aber allemal zu verkraften. Das Knie hielt und ins Archiv schreiben wir jetzt 3:48:18! Sehr zufrieden mit sich und der Welt zeigte sich Kalli Rachor. Sogar seine Kinder waren stolz auf den Papa, der seinen ersten Marathon mit Bravour, also sehr überlegt und diszipliniert durchzog. Zwei gleiche Hälften bescherten ihm am Ende 3:51:18h - so steht es in den Lehrbüchern. Kalli meinte selbstbewusst: "Aber da ist noch Luft".
Lehrgeld zahlen musste unser neuestes Mitglied, Yann-Moritz Gentil - übrigens Daniels Bruder. Aber durchgehalten hat er, auch als auf der zweiten Hälfte die Schmerzen größer wurden - und das verdient unseren Respekt. Mit 22 Jahren ist der Einstieg ins Marathongeschäft nicht leicht, aber deshalb ist Yamo ja zu uns gekommen. Bei knapp über vier Stunden steht nun seine erste Marke, die im nächsten Jahr selbstredend fallen wird. Eine äußerst zufriedene Monika Sternberg-Grusdat trafen wir an. Ihre Bedenken aus der Vorwoche, als sie noch Antibiotika schlucken musste, waren bald verflogen. Sie verbesserte ihre Zeit erneut um einige Minuten und will im Frühjahr in Mainz vorne die Drei sehen. Na also. Von Nette Assmus wissen wir, dass sie ihre Freundin Denise auf der Strecke begleitete und sich zwangsläufig an deren Tempo orientierte. Beide hatten während des Rennens sichtlich Spaß. Zum Schluss noch die Ergebnisse aus den Mannschaftswertungen. Sowohl in der Zehner- als auch in der Dreier-Teamwertung landete die TSG Kleinostheim auf Rang 10!. Einmal unter 55 Teams und einmal unter 494 Teams! Auch das kann sich sehen lassen. Eine Bilderserie von diesem großartigen und eindrucksvollen Event liegt bereits im Bilderalbum. Schaut in den nächsten Tagen nochmal nach, denn es kommen dauernd noch Fotos rein.

28.10.2007 Frankfurt Marathon - Andreas Heilmann mit sehr gutem Einstand
Das war ein schönes Bild bei der Liveübertragung des HR heute Morgen. Andreas Heilmann war optisch permanent präsent, weil er im Sog von Dieter Baumann fast bis Kilometer 35 mithielt. Immer wieder fing ihn die Kamera in der Gruppe um den Olympiasieger von 1992 ein. Moderator Werner Damm beantwortete sogar die Frage eines Zuschauers, die sich um die langen weißen Kniestrümpfe von Andreas drehten. Seine gelungene Marathonpremiere beendete er nach 2:37:09h. Der Bericht folgt morgen, die gesamten Ergebnisse mit allen Splitzeiten unseres Teams stehen allerdings bereits online. Die einzelnen Sportlerportraits sowie unsere interne Marathonbestenliste sind ebenfalls schon aktualisiert. Wir sehen uns gleich zum Ausklang bei Enzo, schickt mir aber vorher noch euer Bildmaterial.
27.10.2007 Einsteiger Kraulkurs im Vitamar ist ein voller Erfolg
Der von unserer Triathlontrainerin Claudia Hille angebotene Kraulkurs für Einsteiger ist beim gestrigen Start von mehr als zwanzig Athlet(inn)en besucht worden. Diese starke Resonanz zeigt das übergroße Interesse an einem professionellen Schwimmstil, der nicht nur den neuen Triathlet(inn)en eine gute Grundlage für künftige Erfolge bieten wird. Innerhalb der nächsten zehn Wochen wird Claudi ihre Schützlinge in die Geheimnisse eines vernünftigen Kraulstils einweihen. Von der ersten Veranstaltung schoss Manni eine aufschlussreiche Bilderserie, die bereits in unserem Bilderalbum liegt. Besonders frequentiert sah sich im Anschluss an die erste Anfängerstunde die im Vitamar eingegliederte Pizzeria. Dort stärkten sich nach den körperlichen Anstrengungen die Lernwilligen und pflegten die sozialen Kontakte.

26.10.2007 Ebenfalls im TSG-Boot: Judith Meidhof folgt ihrem Christian nach
Nachdem ihr drahtiger Christian in der Welt der Ausdauersportler längst Tritt gefasst hat, war es für uns eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann sie selbst auf den fahrenden Zug aufspringt. Seine Erfolge steckten sie offensichtlich an und entfachten ihren sportlichen Ehrgeiz. Die recht passive Zuschauer- bzw. Betreuerrolle, die Judith Meidhof bis dahin mit Bravour ausfüllte, genügte ihr nicht mehr. Sie entwickelte seit April des Jahres ungeahnten Trainingseifer, der in Altheim zu ihrem ersten Zehner führte. Das anfängliche Magenflimmern wich in der großen Läufermenge ziemlich schnell einer wachsenden Euphorie und heraus kam die beachtliche Zeit von 48:59min. Ihren zweiten Coup landete sie im Oktober in Aschaffenburg, als sie sich gleich auf die Halbmarathonstrecke wagte und in 1:47:00h nichts zu wünschen übrig ließ. Schon in ihrer beruflichen Entwicklung zeigte Judith was in ihr steckt. Die studierte Dipl. Finanzwirtin legte 2000 ihre Laufbahnprüfung landesweit als Beste ab. Das Steuerberaterexamen folgte ebenfalls mit einem Klasseergebnis und im Frühjahr 2004 entschloss sie sich nicht nur ihren Christian zu heiraten, sondern auch ihre freiberufliche Tätigkeit gemeinsam mit einem Kollegen in Sozietät auszuüben. Noch mehr Informationen von und über Judith sind auf der lebendigen Website ihres Unternehmens in Erfahrung zu bringen. Der weibliche Part der "Familie Tiefstapler" versteht aber auch sportliche Ruhephasen zu überbrücken, bei einem guten Buch oder im Kreis von Freunden. "Als begeisterte Wintersportlerin fahre ich gerne in die Berge zum Snowboarden und Skifahren. In der wärmeren Jahreszeit ist Laufen und Inline-Skaten meine bevorzugte sportliche Betätigung. Was ich nicht mag: Abwarten und Tee trinken."

25.10.2007 TSG Doppelsieg beim Erlenbacher Waldlauf
Von Uwes derzeit bestechender Form berichteten wir ja bereits heute Nachmittag. Ist ein Körper schon mal so gut austrainiert, lässt kaum ein Athlet in den folgenden Wochen weitere Möglichkeiten aus, diesen erneut zu testen. Wenngleich die meisten eine Woche länger warten als Uwe und noch ein wenig regenerieren. Der Erlenbacher Waldlauf mit einigen Höhenmetern liegt ja in seiner Nähe, also fuhr er hin und holte sich den Sieg auf dem 10km Kurs in überlegener Manier. Unser achtköpfiges Team berichtete von einer sehr schönen Strecke, aber mäßiger Beteiligung. Fünf gingen über die 10km und belegten in ihren jeweiligen Altersklassen allesamt Plätze auf dem Podest. Unser neuestes Mitglied Raileen Bourguignon distanzierte den Rest der angetretenen Damen und wurde mit klarem Abstand Siegerin im Frauenfeld. Ihren letzten Test für Frankfurt machten Guido Vongries und Norbert Stein und der musste natürlich schneller als im vorgesehenen Marathontempo abgewickelt werden. Erneut im Team befand sich Punktesammler Alois Mühlthaler. Anscheinend fehlte ihm ein letzter Zehner für unsere Zehnkampfwertung.
Drei Teamkameraden begaben sich auf die ebenfalls angebotene Halbmarathonstrecke. Sie sollten den Zehner zweimal bewältigen und zusätzlich eine kleine Schleife. Hier ging dann einiges in die Hose. Entweder pennte der Streckenposten oder er war überhaupt nicht da. Nach etwa eineinhalb Kilometern hätte das Läuferfeld wenden oder abbiegen müssen. Mangels Ortkenntnis lief der ganze Tross den Führenden nach, unter denen sich auch Astrid und Roger befanden. Die beiden hatten nach einiger Zeit die Nase voll, stiegen aus und trabten in ihrem beabsichtigten Tempo nach Hause. Aus dem Halbmarathon wurde halt ein Lauf über vielleicht 23 Kilometer. Raileens Ehemann Etienne, den wir - wie die ganze sportliche Familie - noch vorstellen werden, hielt bis zum Ende durch, erreichte den fünften Gesamtplatz im 47er Feld und holte sich Platz eins in der Altersklasse M35. Volker Hain tröstete sich hinter ihm mit Platz zwei und lieferte freundlicherweise die Fotos von der Siegerehrung. Die Auswertung der Ergebnisse bezeichnete er als ein Buch mit sieben Siegeln.
Das Team komplettierte der Exot Manfred Steffen, der auf diesem - etwas zu langen HM - Material und Körper testete. Ist ja o.k., wenn er neue Latschen ausprobieren muss. In Aschaffenburg waren es tsg-blaue Crocs vom Typ Cayman und am Sonntag in Erlenbach so genannte Offroad-Crocs, die sind vorne geschlossen. Seine altbeigen Treter, die mittlerweile etliche Traingskilometer und auch Wettkämpfe überstanden haben, trägt er jetzt als Slicks, weil sich die Sohlendicke halbierte! Manfred analysierte seine Eindrücke an Hand seines Laufstils, seiner Geschwindigkeit sowie der Erlenbacher Topographie wie folgt: "Beim Laufen sind die off roads den Caymans unterlegen, weil die hinten aufgeladenen Steinchen wegen fehlender Lenzlöcher vorne nicht wieder ausgespuckt werden". Dies erfordert einige Schuh-Entladestopps und verbraucht Zeit. Am Sonntag nutzte er diese Stopps, um seinen Sohn Tim zu verpflegen, den er im Babyjogger natürlich mit sich führte. Der junge Mann hatte Hunger wie ein Bär und verspeiste während des 23km-Kurses Hörnchen und Styroporkeks (die Chinesen nennen sie Reiswaffel). Vater und Sohn erreichten zufrieden das Ziel nach 2:06:24h, obwohl sie im hügeligen und verregneten Gelände bald zwei Kilometer zuviel gelaufen waren. Nach dem erfolgreichen Test werden die TSG-Cayman-Crocs in Frankfurt zum Einsatz kommen. Der Probelauf mit Championchip und kurzen Hosen, am kalten Dienstagabend, hat nach seinem Bekunden gut geklappt, der rechte Schuh war halt schwerer. "Doch diese Unwucht konnte ich mit graziler Lauftechnik ausgleichen", meinte Manfred, auf dessen Ergebnis wir am kommenden Sonntag gespannt sind. Hier die interne Ergebnisliste.

25.10.2007 Klasse Vorstellung von Uwe Reinke beim Münchner Marathon
Beim 22. München Marathon trumpfte Uwe Reinke ganz schön auf. Gut vorbereitet lief er zwei fast konstante Hälften und überquerte nach 2:37:48h die Ziellinie im Münchner Olympiastadion. Mit dieser herausragenden Leistung verpasste er seinen immer noch bestehenden Rekord aus 1999 (Aschaffenburg) um lediglich acht Sekunden und landete im Gesamtklassement auf Rang 20. In seiner Altersklasse M40 schaffte er es, bis auf Platz vier vorzulaufen. Wegen der gleichzeitig ausgetragenen Deutschen Polizeimeisterschaft war er anscheinend besonders motiviert. Der dort erkämpfte siebte Platz wird nicht unbedingt für eine Beförderung ausreichen, hat ihn aber im Kreise seiner bundesdeutschen Kolleginnen und Kollegen bekannter gemacht. Denn mit zwei bayerischen Kollegen landete er in der Teamwertung ganz oben auf dem Podest. Was wir schon immer wussten wurde in München nun bestätigt: Deutschlands schnellste Polizisten kommen aus Bayern. Hier gehts zur Ergebnisliste mit dem Link zum Veranstalter.
25.10.2007 Hawaii-Bericht wurde neu illustriert
Inzwischen sind noch eine Reihe beeindruckender Bilder von Claudis und Arnds Hawaiitrip eingegangen. Seht euch einfach den Artikel noch mal an und klickt zum Vergrößern auf die einzelen Fotos.
25.10.2007 Auf den geschichtlichen Spuren des ersten Frauenmarathonlaufes der Welt
Zusammen mit ihrer Rennschnecken Kollegin Helga Niesner und ihrem Freund
Matthias Gerlach beteiligte sich Sarah von Kutzleben am vergangenen Sonntag, den 15.10.07 am 40. Schwarzwald-Marathon in Bräunlingen/Donaueschingen. 1968 fand dort der erste Marathonlauf der Welt statt, an dem Frauen offiziell vom Veranstalter zugelassen und in einer Sonderwertung gewertet wurden. Früher der größte Marathonlauf der Welt, hat der Schwarzwald-Marathon heute eine Veranstaltung mit eher familiärem Charakter. Die Organisation klappte perfekt, was wohl nach vierzigjähriger Erfahrung auch kaum verwundern dürfte. Für das Startgeld von 30 Euro wurde viel geboten, so gab es für jeden Läufer beispielsweise ein paar Falke Socken mit dem Emblem des Schwarzwald-Marathons. Beim Jubiläumslauf meinte es Petrus gut und sorgte für optimales Läuferwetter. Durch gemeinsame lange Trainingseinheiten gingen die beiden Rennschnecken gut vorbereitet an den Start. >>>>weiterlesen

24.10.2007 Kailua-Kona Hawaii - hier werden Träume realisiert
Als der Startschuss am 13.10. um 6.45 Uhr morgens am Pier von Kailua-Kona für die Profis fiel, hatten die Agegrouper noch fünfzehn Minuten Zeit. Unter ihnen fieberten Arnd und Claudia Hille einem strapaziösen Wettkampf entgegen. Ihre Vorbereitungen verliefen perfekt. Sie sind inzwischen ein gut eingespieltes Team und konnten sich auf eine perfekte Organisation verlassen, die einer Weltmeisterschaft würdig war. Und sie wussten längst, dass es windig würde und brutal heiß. Sie dachten jetzt nicht mehr an die vielen schönen Tage vor dem Rennen, die sie in einer herrlichen Umgebung und einer tollen Unterkunft verbrachten. Claudi und Arnd verabschiedeten sich in der Bucht in der Zuversicht, einen erfolgreichen und langen Tag vor sich zu haben. Ein paar feuchte Augen später ging es los zur Startlinie im Wasser und die Swim-Bike-Run-Trilogie nahm ihren Verlauf.
Auf Hawaii verläuft die Startphase grundsätzlich hektisch. Arnd hatte das Gefühl, dass der Startbereich enger verlief als sonst. "Alle drängten nach vorne, man konnte sich fast nicht mehr bewegen. Zum Glück fiel dann der Startschuss, sonst wären ein paar abgesoffen". Das Schwimmen beschreibt er als ein Hauen und Stechen. Sein Kampf dauerte bis zur Wende, dann konnte er sich einigermaßen freischwimmen. Auf dem Rückweg dieses fast 3,9km langen Rechteckkurses kam dann der Abteilungsdirektor Controlling (im richtigen Leben) besser zurecht, obwohl ihn seine Schwimmzeit (1:14:31h) doch etwas enttäuschte. Aber das ist in Kona eher nebensächlich, denn die kaum vorhersehbaren Meeresströmungen kann man ebenso wenig einplanen, wie das Verhalten der 1600 Konkurrenten. Claudi stieg in der Vorbereitung gerade ein Mal pro Woche ins Wasser und meinte, sie wäre trotzdem recht ordentlich geschwommen. "Ich habe das Schwimmen genossen und war mit meinem Puls nie über 120. Zudem konnte ich sogar die Fische unter mir beobachten". Na, wer sagts denn. Den Wendepunkt der Schwimmstrecke markiert übrigens ein mit zahlreichen Schaulustigen und Fernsehkameras besetztes Motorschiff. Und beim neuen Schwimmausstieg am Pier, bei dem eine neu errichtete Rampe das Geschehen etwas entzerren soll, gab es nochmal Gedränge, bevor in der lang gezogenen Wechselzone Athleten mit hohen Startnummern einen deutlich weiteren Weg zurückzulegen haben als die topgesetzten Pros.
Auf dem Rad hatte sich Arnd die Pulsgrenze von 145 selbst auferlegt, das ist im Gegensatz zu kürzeren Rennen so wie das Fahren mit angezogener Handbremse. "Die Strecke nach Hawi war wegen des starken Seitenwindes äußerst unangenehm zu fahren und gerade die Aerolaufräder mussten herzhaft gesteuert werden". Der Rückweg nach Kona zeigte seine ganze Härte. Je später man dran ist, desto stärker wird der Gegenwind. Der bedacht fahrende Banker machte auf den letzten 50 Kilometern eine Menge Plätze gut: "denn hier wird jeder bestraft, der zu schnell angegangen ist". Die Hitze wurde unerträglich und Arnd nutzte jede Versorgungsstelle zur Abkühlung. Am Ende kam ein Radsplit von 5:42:28h raus, allerdings mit einem Durchschnittspuls von nur 134 Schlägen. Etwa bei Kilometer 25 traf er auf seine tapfer kämpfende Ehefrau, die ihren Vorsprung aus der ersten Disziplin damit aufgebraucht hatte. Von einem sportlichen Ehegattensplitting, bei dem sich die Partner die Lasten teilen, hielt der ansonsten liebevolle Arnd zu diesem Zeitpunkt wenig. Denn jetzt war er an der Reihe, Minuten zu sammeln, von denen er beim Marathon zehren muss, so lange es geht. Zufrieden war Claudi auch auf dem Bike, zumindest bis Kilometer 130. immerhin bewältigte sie ihre letzte Ironmandistanz in Kanada gerade mal vor sieben Wochen. "Ich hatte keinen Punch mehr in den Beinen, keinen Biss und kaum Motivation und wurde bestimmt von 100 Leuten auf diesem Stück überholt". Unser leichtgewichtiges, agiles Komplettpaket versuchte dem Gegenwind zu trotzen und die ein- bis zweiprozentige Steigung zu ignorieren. "Das ist einfach nichts für jemanden, der gerne Genussausfahrten oder Krakselstrecken wählt. Hier muss ich echt was tun, zumal mich diese 50km einen Treppenplatz gekostet haben", übt sich Claudi in Selbstkritik. Sie hatte einiges zu verdauen, denn bis zum Wendepunkt konnte ihr Männe schon 15 Minuten Vorsprung herausfahren und bis zur Wechselzone weiter ausbauen.
Anders als in den 90er-Jahren, als die Triathleten über die ebenso kurze wie steile Palani Road direkt in der schwarzen Wüste Big Islands verschwanden, werden die ersten zehn Kilometer der Radstrecke nun in Kriteriums-Manier auf den Straßen der kleinen Küstenstadt Kailua-Kona zurückgelegt. Enge Kurven und knackige Steigungen erschweren die Suche nach dem eigenen Rhythmus. Erst dann geht es auf dem Queen Kaahumanu Highway 19 in Richtung Norden – mitten durch die Lavafelder, die aus Vulkanausbrüchen stammen. In den nördlichen Ausläufern der Kohala Mountains im kleinen Städtchen Hawi liegt der Wendepunkt der Radstrecke, die lang gezogene Abfahrt zurück, vorbei an den Luxusherbergen des Waikoloa Village und des Mauna Lani Resorts, bietet bei Rückenwind die einzige Chance zur Erholung. Oft jedoch dreht hier der Wind im Laufe des Tages oder fällt mit scharfen Böen von links ein und macht es den Nachzüglern so noch schwerer. Zurück auf dem Highway machen "Mumuku"-Winde und das scheinbar endlose Asphaltband die letzten 60 Kilometer zum mentalen Härtetest. Noch sind einige Hügel zu überwinden, bis die Masten der Stromversorgung das Industriegebiet an der Stadtgrenze Konas ankündigen.
Weil Arnd jeden Lauf über 25°C schon als heiß bezeichnet, muss er sich für diesen Backofen auf Kona einen neuen Begriff einfallen lassen. Einfach unerträglich waren diese Temperaturen nahe der 40 Grad, wohlgemerkt - im Schatten! Es war aber kein Fleckchen Schatten in Sicht, außer auf den ersten Meilen in Kona. "Ich nutzte jede Möglichkeit zur Abkühlung und arbeitete mich von Meile zu Meile weiter". Am Wendepunkt sah er endlich Claudi. "Sie hatte auf dem Rad unerwartet viel Zeit verloren, lief aber jetzt locker und verdammt schnell". Zur Hälfte des Marathons legte er immer wieder Gehpausen ein, weil er das Gefühl hatte, dass sein Körper gnadenlos überhitzt ist. Den Weg raus zum Energy-Lab bezeichnet er als den härtesten Teil des Rennens, danach wurde es von Meile zu Meile besser. Und auf den letzten sechs Marathonmeilen lag sein Ziel, in 10:59 zu finishen, noch in greifbarer Nähe. Also noch mal ganz konzentriert das Tempo steigern und die letzten Reserven mobilisieren. Die näher kommende Finish-Line sorgte bei ihm für Hochstimmung! "Meine Stoppuhr zeigte knapp 18:00Uhr an, als ich endlich auf dem Alii-Drive ankam, die schönsten Meter vor der bedeutendsten Triathon Finish-Line der Welt. Ich genoss den Zieleinlauf in vollen Zügen". Einen kleinen Wermutstropfen empfand Arnd dennoch, weil der Start am Morgen leider zwei Minuten früher erfolgt war und so seine ganze Rechnerei nicht exakt passte. "Endzeit 11:01:45h, aber eigentlich egal". Er musste nicht lange warten, bis die ihm angetraute Claudi (in guten wie in schlechten Zeiten), dreizehn Minuten später einlief. Sie legte wieder einmal einen sagenhaften Marathon hin. Bei dieser Wahnsinnshitze machte die Vorzeigeathletin kaum zu fassende 300 Plätze gut und schaffte die 42,2km in 3:34:15h. Sie befand sich nach eigener Aussage während des Laufs in der Hölle, war kurz danach aber wieder ganz die Claudi, die wir kennen: "Bei 38°C einen 3:34 Marathon nach so kurzer Regenerationszeit nach Kanada ist für eine alte Frau doch supi". Dem müssen wir nichts hinzufügen.
Seit die zweite Wechselzone vor vier Jahren vom legendären Kona Surf-Hotel am Ende des Alii Drive ins Zentrum von Kona verlegt wurde, haben die Zuschauer im ersten Viertel des Marathonlaufs einen viel besseren Überblick über das Renngeschehen. Die unermüdlichen Anfeuerungsrufe wie: good job, looking great und bring it home, begleiten die Sportler auf der Laufstrecke. aber auch an den Verpflegungsstellen auf dem Highway sowie im psychologisch – und wahrscheinlich auch physisch – schwersten Teil des gesamten Rennens, dem Wendepunktabschnitt am Natural Energy Lab. Die mit kühlen Getränken, Früchten, Kuchen und Eiswürfeln reichhaltig bestückten und hervorragend organisierten Aid Stations sind für die kämpfenden Eisenfrauen und –männer dann echte Oasen.
Claudi und Arnd feierten bis spät in die Nacht. ALOHA, MAHALO, alles war wie ein schöner, aber anstrengender Traum. Anschließend schmiedete unsere Teamkollegin bereits neue Pläne: "Jetzt fliege ich am Samstag nach Mallorca, um für ThomasCook/Condor in der Firmenmannschaftswertung den Halbmarathon zu absolvieren. Mal sehen, ob wir der TUI das Leben schwer machen können. Bin gespannt, was eine Woche nach einem Ironman rausspringt". Wir können das abkürzen. Claudi lief in einer starken Zeit von 1:24:54h auf den zweiten Platz uind sicherte sich mit ihrer Mannschaft selbstredend die Firmenwertung. Mir fällt jetzt nix mehr ein! Hier aber noch die Ergebnisliste mit allen Splitzeiten.

24.10.2007 Die Gymnastikstunden werden heute wieder abgehalten
Wer letzte Woche in der Maingauhalle vor verschlossener Tür stand und auf unseren Gymnastiktrainer Arnd Schäffer wartete, hatte einfach nur Pech. Denn dieser stand fast regungslos im Verkehrsstau, konnte leider niemand erreichen und war untröstlich. Diese unvermeidbare Situation tritt jedenfalls sehr selten bei ihm ein. Heute Abend könnt ihr wieder mit Arnd rechnen. Und hier noch ein weiterer Hinweis von Claudia Hille: Sie beginnt mit ihrer Gymnastik wieder am 08.11.2007. Merkt euch das schon mal vor!
23.10.2007 Die Berichterstattung geht ab sofort wie gewohnt weiter
Nein, es ist nix passiert! Ich war lediglich eine Woche mit meiner Ulrike zum Wandern in der Meraner Gegend. Jetzt bin ich ausgeruht und versuche ab morgen so nach und nach alles aufzuarbeiten, was bis heute liegen geblieben ist. Einen falschen Link in der Bildergalerie unseres Süwag Energielaufs habe ich soeben korrigiert. Die Fotoserie der Mädchen (1320m) hatte ich versehentlich zweimal verlinkt - und die der Jungs überhaupt nicht. Ich hoffe, die jungen Männer nehmen mir dieses Missgeschick, das in der Hektik meiner Urlaubsvorbereitung passierte, nicht besonders übel.
14.10.2007 Die Fotoserien vom Süwag Energie Lauf sind online
Es war nicht so einfach. Von den unzähligen Bildern, die unsere Fotografen bei der gestrigen Veranstaltung geschossen haben, verdienten es insgesamt 650 veröffentlicht zu werden. Der besseren Übersicht ordneten wir sie in einzelne Serien. Ein besonderes Schmankerl können wir allen Teilnehmer(innen), die unsere Veranstaltung besucht haben, noch anbieten. Wer an den Originalfotos mit hoher Auflösung interessiert ist, schickt an Eckhard Hippler eine eMail unter Angabe der Laufdisziplin und der Bildnummer. Eckhard machte übrigens alle Aufnahmen im Zielbereich und ist gerne bereit eure Fotowünsche zu erfüllen. Natürlich kostenlos! Hier gehts zur Bildergalerie.
13.10.2007 Der 3. Süwag Energielauf in Kleinostheim sah bei den Männern zwei Sieger
Insgesamt 414 Teilnehmer registrierte Michael Dorsch mit seiner Zeitnehmertruppe heute Morgen im Ziel. Dass es am Ende etwas weniger waren als vor Jahresfrist, lag halt an den Michelbacher Herbstläufen, die bedauerlicherweise terminlich mit unserem Event zusammenfielen. Ein Novum erlebten die Zuschauer im Hauptlauf über 10km, als Holger Finkelmann (LuT Aschaffenburg) und Ingbert Reinke (SSC Hanau-Rodenbach) nach 35:38min Hand in Hand gemeinsam die Ziellinie überquerten. Das erfolgreiche Duo machte nach etwa zweieinhalb Kilometern Druck, verschaffte sich einen anständigen Abstand zu den Konkurrenten und marschierte im Tempo 3:30 bis 3:35min/km über die nächsten Kilometer. Keiner von beiden konnte sich lösen. Was dann in die zwei Läufer gefahren ist, ist mir völlig schleierhaft. Bei Kilometer acht entschieden sie sich, ihren gefundenen Rhythmus nicht nur beizubehalten, sondern auch noch zusammen das Zielband zu reißen. Wer auf einen Schlussspurt hoffte, lag falsch. Die Absicht der Athleten, die sicherlich mehr können - war klar erkennbar. Doch die elektronische Zeitmessung interessiert sowas nicht und schaffte einen kleine Messdistanz zwischen die Verabredeten. Ich musste mich dann belehren lassen, dass der DLV keine Zehntelsekunden bei Volksläufen kennt - also zwei Sieger? Die TSG-Jury stellte in den Urkunden Finkelmann auf Platz eins, ehrte das Duo als gemeinsame Sieger und Reinke kassierte den Pokal. Wenn man sich unter den Sportlern einig ist, o.k. - aber im nächsten Jahr bitte wieder ein Kampf um den Sieg. Platz drei belegte übrigens Elmar Zöller vom ELT Grossheubach in
36:36min.
Im Frauenfeld gingen 42 Läuferinnen an den Start. Hier gewann Theresia Gehlert (LuT Aschaffenburg) in
43:40min vor ihrer Vereinskollegin Rita Herold. Rang drei erreichte Christine Kolb vom SSC Hanau-Rodenbach. Erfreulicherweise konnten wir bei den Schülern und Jugendlichen einen Zuwachs verzeichnen. Genau 242 junge Läufer(innen) gingen über die Distanzen 660m, 1320m und 2000m. Die einzelnen Ergebnislisten mit Urkundendruck stehen bereits online. Die vielen Fotoserien unserer Fotografen sind inzwischen zusammengetragen und bearbeitet. 650 Bilder liegen im Bilderalbum.

13.10.2007 Michelbacher Herbstläufe mit Bocksbeutelrennen und Halbmarathon
Gut organisieren können sie, die Michelbacher - dafür wurden sie mit bestem Wetter belohnt. Das Bocksbeutelrennen über 10000m bildete den Abschluss des erstmals ausgetragenen Kahlgrund Crosscups und den Halbmarathon haben sie erfolgreich ins Programm eingebaut. Vierzehn Frauen und Männer aus unserem Team unterstützten den FSV, der heuer - wie bereits berichtet - mit unserer eigenen Laufveranstaltung fast kollidierte. Der 10km-Lauf wird - mit einer Ausnahme - schon seit mehreren Jahren von uns dominiert. Nachdem im Vorjahr Roger Uhl den Sieg einfuhr, war es gestern Andreas Heilmann, der in überlegener Manier (34:00min), also mit fast drei Minuten Vorsprung, das Rennen für sich entschied. Aus der Bildfolge (siehe Bilderalbum) erkennt man unschwer seinen Start-Ziel-Sieg. Sowohl Mimik als auch Körpersprache ließen auf einen selbstbewussten Andreas schließen, der sein Missgeschick aus dem letzten Monat (DM in Liebenzell) anscheinend gut verdaut hat. "Wenn ich bergab voll durchgezogen hätte, wäre ich noch näher an meinen Streckenrekord aus 2004 herangekommen", erklärte Andreas, dem dazu tatsächlich lediglich 22 Sekunden fehlten. Doch seine Zielsetzung war eine ganz andere, denn er sprach von einem geglückten Test für Frankfurt! Er nahm jetzt wirklich einen Startplatz beim Marathon in Frankfurt an, den er im Sommer als Preis bei einem Rennen gewann. In vierzehn Tagen steigt seine Premiere über 42,2km und wir sind alle mächtig gespannt. Kein Wunder also, dass Andreas in Michelbach das Rennen in seinem geplanten Marathontempo von 3:40min/km anging. Recht bald löste er sich von der Spitzengruppe, zu der bis dahin auch seine Teamkollegen Jens Bauer (Platz 6), Bernie Schneider (Platz 7, 1.M40) und Volker Hain (Platz 8, 1.AK35) gehörten. Im Ziel konnte er auf zwei gleich schnelle Rennhälften zurück blicken und zufrieden feststellen, dass die Schnelligkeit - trotz vier Wochen Marathonvorbereitung - immer noch da ist. Ganz anders motiviert war auf dieser Distanz Alois Mühlthaler, der sich auf dem mittelschweren Kurs redlich mühte. Er wird meist gegen Saisonende munter, wenn ihm zur Zehnkampfwertung noch einzelne Rennen fehlen und weil er als Ausrichter dieses internen Wettbewerbs unbedingt in die Wertung muss. Ingrid Höfer ließ sich von ihrem Wolfi auf den zweiten Platz ihrer Altersklasse ziehen. Er mogelte sich außer Konkurrenz in die Reihen der Aktiven und wurde dabei von unserem Fotografen erwischt.
Einen überraschenden Verlauf nahm das Rennen über die Halbmarathonstrecke. Mit Raileen Bourguignon setzte sich unser neuestes Mitglied sogleich an die Spitze des Frauenfeldes und gab diese nicht mehr ab. Abteilungsleiter Manni Scherer hatte am Ende lediglich einen einzigen Konkurrenten vor sich und war von seiner Zeit etwas irritiert - wie übrigens alle anderen auch. Ein paar Hundert Meter müssten an den vorgeschriebenen 21,1km wohl gefehlt haben, denn die vielen Höhenmeter lassen eigentlich solche Zeiten nicht zu. Das war Stefan Günther aber egal, denn als sechster im Gesamtfeld und Sieger seiner Altersklasse trumpfte er ganz schön auf. Erleichtert registrierte das Team die Teilnahme von Thomas Lindner nach dessen langwieriger Rückenverletzung. Rein äußerlich betrachtet sollte man annehmen, ihm hätte nie etwas gefehlt. Hier geht es zur Ergebnisliste und zwei Fotoserien, eine vom Lauf selbst, die andere von der Siegerehrung.

12.10.2007 Ironman Hawaii: 226 Kilometer kollektive Einsamkeit
Sie ist nicht die schwerste, aber eine der mental härtesten Rennstrecken im weltweiten Ironman-Circuit. Dafür sorgt nicht nur der Wettkampf gegen die besten Langstrecken-Triathleten der Welt, sondern auch die Hitze und Trostlosigkeit der Rad- und Laufstrecke durch die schwarze Lava Big Islands. Für drei Athleten des Bayerischen Untermains beginnt morgen Abend um 19.00 Uhr MESZ auf Hawaii der ernste Teil ihrer Reise. Vor ihrer Abreise sprach Birgit Reuter mit ihnen und berichtete darüber in unserer regionalen Tageszeitung Main-Echo unter der Überschrift:

Aloha! Honeymoon auf Hawaii
Sie werden dabei sein, wenn sich die besten Triathleten der Welt auf der Hawaii-Insel Big Island zur Ironman-World-Championship treffen und am 13. Oktober ihre Weltmeister küren. Dafür haben sie sich mächtig ins Zeug gelegt - Arnd und Claudia Hille sowie Marco Schreck. Doch mit der Insel im Pazifik verbinden sie nicht nur extremen Ausdauersport. Immer noch ist die Faszination, an einem der schwierigsten Ausdauerwettkämpfe der Welt teilzunehmen, ungebrochen und die Teilnahme das höchste Ziel der meisten Triathleten. Neben der extremen Länge der Wettkampfstrecke kommen auf Hawaii die schweren äußeren Bedingungen hinzu. 3,8 km Schwimmen im Pazifischen Ozean, 180 km Rad fahren auf dem Queen K Highway durch die einsamen Lavafelder und ein abschließender Marathon-Lauf (42,195 km) bei Temperaturen von über 40 Grad. Der Zieleinlauf auf dem Alii Drive in Kona ist Erlösung und Erfüllung eines Traumes zugleich. So beschreibt auch das Ehepaar Claudia und Arnd Hille (TSG Kleinostheim) ihr Vorhaben vor der Abreise am vergangenen Donnerstag.
"A dream comes true! Seit vielen Jahren versuchen wir, endlich einmal gemeinsam auf Hawaii zu starten", sagt Claudia Hille. Voraussetzung für einen der 1800 Startplätze war die Qualifikation bei einem der 16 weltweit als Ironman lizenzierten Wettkämpfe. Diese so genannten Slots werden nach Altersklassen und Platzierungen vergeben. "Bei Arnd hat es endlich mit der Quali in Wisconsin/USA geklappt. Nachdem es beim Ironman Germany im Juli in Frankfurt nicht mein Tag war, konnte ich Ende August in Kanada dem Druck standhalten und mit der Qualifikation nachziehen", erklärt Claudia Hille die kräftezehrende Vorgeschichte.
Marco Schreck (Tri Team SSKC Aschaffenburg) durfte bereits nach dem erfolgreichen Abschneiden beim Ironman Austria im Juli in Klagenfurt erste Reisepläne schmieden und löste bereits zum siebten Mal das Ticket. Eines hat das Untermain-Trio gemeinsam: Schöne Erinnerungen, die bei ihnen vor Ort trotz aller Quälerei wach werden dürften. Ihre Liebe zum Sport und die Liebe zu ihren Partnern wurden dort besiegelt. Marco Schreck und seine Frau Jeanette haben im Jahr 2003 auf Hawaii geheiratet und feiern am 13. Oktober ihren vierten Hochzeitstag. Für Claudia und Arnd Hille war es das Ziel ihrer Hochzeitsreise im Jahr 1995, verbunden mit Claudias fünftem Start. "Im Wettkampf werden wir mehr oder weniger auf uns alleine gestellt sein. Arnd ist der bessere Radfahrer, ich bin die bessere Läuferin. Vielleicht klappt unser Timing so gut, dass wir gemeinsam die Ziellinie überqueren können. Warten werden wir aber wohl eher nicht aufeinander, dafür aber im Anschluss zusammen kräftig feiern". Marco Schreck freut sich darauf vor dem wiederkehrenden Hochzeitszeitpunkt geduscht zu sein und mit seiner Frau den restlichen Tag genießen zu können. "Anything is possible, dieses Jahr habe ich weniger, aber dafür härter trainiert, einen strengen Fahrplan gibt es diesmal nicht". Aloha?

11.10.2007 Am Dienstag wechseln wir wieder zur Winterlaufstrecke
Die Tage werden wieder kürzer und diese Tatsache können auch wir nicht länger ignorieren. Ab kommenden Dienstag, 16.10., wechseln wir wieder - wie in jedem Jahr - den Treffpunkt und die Laufstrecke, nur die Uhrzeit bleibt die gleiche. Um 18.00 Uhr geht es dann am Sportlereingang der Maingauhalle los. Alle weiteren Einzelheiten wie: Anfahrskizze, Trainingsumfang, Laufstrecken und persönliche Betreuung könnt ihr hier nachlesen bzw. abrufen. Als besonderen Service bieten wir - nicht nur - unseren vielen neuen Mitgliedern einen Satellitenblick auf die Winterstrecke, damit sie sich schon mal mental darauf vorbereiten können.

Und mit unserer Wintergymnastik geht es am Tag darauf - Mittwoch, 17.10. - ebenfalls wieder los. Arnd Schäffer übernimmt ab 19.30 Uhr freundlicherweise wieder das Training für die Aktiven, das in dieser Saison in der Maingauhalle im kleinen Saal stattfindet. Weil das Einlaufen in diesem Raum relativ schwierig ist, besteht die Möglichkeit schon um 19.00 Uhr sich außerhalb warm zu machen. Dazu treffen wir uns vor der Maingauhalle.

10.10.2007 Aschaffenburger Halbmarathon: 29 TSG'ler finishen, 13 laufen Bestzeit
Die Laufstrecke in Aschaffenburg wurde amtlich vermessen, deshalb ist die Gesamtlänge von 21,1km nicht anzuzweifeln. Warum es aber partout nicht gelingt, die Kilometermarken wenigstens bei der fünften Veranstaltung an die richtige Stelle zu setzen, ist mir einfach schleierhaft. Die engagierten Ausrichter vom TV Haibach stellen ein inzwischen bundesweit anerkanntes Event auf die Beine, das Jahr für Jahr mehr Zuspruch findet und es ist wirklich schade, wenn hinterher deswegen Kritik geübt wird. Das herbstliche Bilderbuchwetter sorgte jedenfalls für eine tolle Stimmung sowohl an als auch auf der Strecke. Im Läuferfeld ging vorne ganz schön die Post ab und eine ganze Reihe weißblauer Kleinostheimer bildete in angemessenen Zeitabständen kleine Pulks, in denen dann versuchte wurde, eingefahrene Hackordnungen neu zu sortieren. Dies hatte insgesamt mindestens 13 neue HM-Bestzeiten zur Folge, und das ist eigentlich schwer zu erklären. Aschaffenburg ist ein gutes Pflaster für schnelle Zeiten, obwohl der langgezogene Anstieg von der Wermbachstraße zur Alexanderstraße sechs Mal zu durchlaufen ist. Spätestens nach der dritten Runde knabbert der Kurs an der Substanz. Wenn du dann auf den einzelnen Kilometern Zeiten stoppst, die jenseits von gut und bös liegen, muss das nicht unbedingt an deiner Uhr liegen. Das Gros unserer 29-köpfigen Truppe verbuchte bei Kilometer zehn absolute Bestzeiten, stellte aber frühzeitig selbst fest, dass an diesem Tag die innere Uhr und das persönliche Gefühl das Tempo bestimmen mussten.
Das kann Roger Uhl eigentlich ziemlich gut. Er plante zwar keine Bestzeit, jedoch kam ihm der Rennverlauf sehr entgegen. "Bereits nach zwei Kilometern erwischte ich eine Zehnergruppe, die meinem Tempo genau entsprach". Er hatte nach eigenem Bekunden unterwegs eine Menge Spaß, erreichte das Ziel nach 1:16:59h und übernahm die Führung in unserer internen Wertung. Roger gewinnt damit bei der gleichzeitig ausgetragenen Kreismeisterschaft den Titel des Vizemeisters. Teamkollegin und Freundin Astrid Pietsch brillierte nach ihrer Pause in ansprechenden 1:31:28h. Während ihrer kurzen Vorbereitungszeit machte sie anscheinend alles richtig, hielt deshalb auf allen Runden ein gleichmäßiges Tempo, lief auf Platz drei im gesamten Frauenfeld vor und wurde überlegene Kreismeisterin. Ein hervorragender Einstieg in die Herbstläufe. Eine halbe Minute nach ihr erschien schon Raileen Bourguignon im Ziel. Sie trat erst vor kurzem mit ihrer gesamten Familie unserer Abteilung bei. Ehemann Etienne gab mit zügigen 1:28:12h ebenfalls einen ausbaufähigen Einstand. Sobald diese sportliche Familie den Webmaster in Einzelheiten einweiht, machen wir diese wie gewohnt auf dieser Seite publik.
Hinter Roger sicherte sich Mario Stenger, als zweiter TSG'ler insgesamt, den Sieg in der M40. Er schaffte ganz bewusst Abstand zu einem energischen, aber befreundetenTrio, das hinter ihm sportlich die weiteren Platzierungen aushandelte. Auf den Fotos in unserem Bilderalbum werden die Zwischenstände optisch sichtbar. Der Wahlschwarzwälder Jogi Reising hatte den Berlinmarathon prima verdaut und griff in Aschaffenburg nach den Sternen: "ich konnte mich an Manni und Bernie hängen und wollte testen, was so noch geht. Wegen der wild verteilten Kilometerschilder war das der beste Weg". In der vorletzten Runde musste Jogi zwangsläufig beim Anstieg die Stärke seines Teamkameraden Manni Scherer akzeptieren. Überrascht war er dann im Ziel allemal, weil er seine in Karlsruhe aufgestellte Bestmarke um mehr als eine Minute steigern konnte. Sie steht nun bei 1:21:36h. Der ehrgeizige Manni lieferte sich unterwegs einige siegreiche Gefechte um bessere Platzierungen und wunderte sich selbst über seine derzeitige Form und seine bisher unbekannten Spurtfähigkeiten. Der dritte im Bunde war Bernie Schneider, der erst gegen Ende die "Jugend" ziehen lassen musste. Das Foto zeigt den kämpfenden Dreierpack mit dem Pacemaker Bernie an der Spitze. Aschaffenburg war eine von mehreren Abschiedsveranstaltungen in der AK40, sie bescherte ihm immerhin Platz drei und brachte ihn ziemlich nahe an seine besten Zeiten heran. Beim Oetztaler Radmarathon bewiesen Michael Schwarz und Christian Meidhof Stehvermögen und Ausdauer. Dabei legten sie sicherlich die Grundlage für eine Verbesserung ihrer aktuellen HM-Bestzeiten. Nach mehr als zwei Jahren steigerte sich Michael tatsächlich wieder mal um zwölf Sekunden. Das war zwar kein Quantensprung, aber es ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Dass hier noch mehr geht, weiß er selbst am besten. Christian springt elf Minuten (!) nach vorne. Genieße diesen großen Satz mein Freund, denn es war der letzte in dieser Größenordnung. Vor und hinter diesen beiden schafften zwei Nachwuchsathleten zweite Plätze in ihren Jugendklassen. Christian Eckhardt findet wieder Anschluss an seine früheren Leistungen und ist jetzt bei 1:24:59h angekommen und Yann-Moritz Gentil, ebenfalls ein neues Gesicht in unserem Team, das wir mangels Foto noch nicht zeigen können, war in 1:33:04h ebenfalls recht flott unterwegs.
Eine starke Leistung bot Birgit Reuter am Sonntagmorgen. Sie behielt ganz klar ihren Fahrplan für Frankfurt im Visier und spulte sicher ihre sechs Runden ab. Die zierliche Athletin nahm alle Höhenmeter ohne Tempoverlust und knackte ihre vor zwei Jahren an gleicher Stelle aufgestellte Bestzeit um eine ganze Minute. Mit ihrer Zeit von 1:38:42h sicherte sie sich zudem noch den Kreismeistertitel in der Altersklasse W45. Auf unserem Fotos zieht sie ihre Teamkameraden Kalli Rachor und Udo Fischer zu neuen Ufern. Kalli machte über vier Minuten gut und ärgerte sich nach seinem Zieleinlauf in 1:40:08h bestimmt über die paar Sekunden, die ihm eine neue Welt eröffnet hätten. Udo überschritt seine alten Grenzen um fast neun Minuten und ist nun dabei, seine neuen weiter auszuloten. Die Entwicklung von Andreas Schweibert, der uns auf den ersten Blick an einen Schwerathleten erinnert, ist enorm. Trotz seiner gut verteilten, aber klar erkennbaren Kilos, bewegte er sich nicht nur leichtfüßig, sondern auch noch mehr als fünf Minuten schneller als vor Jahresfrist. Diese Fitness hängt mit seinem ehrgeizigen Trainingsplan zusammen, der ihm auf dem Weg nach Frankfurt ein deutliches Signal vermittelte. Bleib dran Andreas, die Richtung stimmt! Sein Mannschaftskollege Michael Babilon war restlos begeistert von seiner Premiere in Aschaffenburg. Er ging bei optimalen Bedingungen an den Start, ohne ein spezielles Ziel: "Ich bin einfach losgelaufen und habe dann geschaut, was passiert. Es hat mir großen Spaß gemacht, wenn auch die falsch gestellten Kilometerschilder schwer zu deuten waren". Er lief in 1:35:06h natürlich um Etliches schneller als bei seiner Bestmarke von Wiesthal Anfang des Jahres. Voll im Soll befindet sich auch der inzwischen recht routiniert agierende Klaus Jäger. Optimal vorbereitet knackte er sein Vorjahresergebnis wie erwartet erneut und lag mit seinen 1:32:38h im gesicherten Kleinostheimer Mittelfeld. Auch ihm prophezeie ich eine Klassezeit in Frankfurt. Einen Sprung über fünf Minuten machte Jochen Hoffmann, der auf mich sehr austrainiert wirkt. Er fühlt sich in unserem Team sehr wohl und profitiert alleine schon vom Zuhören während des Trainings. Mit diesem angenehmen Typen werden wir noch viel Freude haben. Vor ihn schob sich Rainer Simon, der mit sich und dem Lauf überhaupt nicht zufrieden war. Er kann in diesem Jahr allerdings über so viele und überragende Erfolge zurück blicken, so dass er dieses Erlebnis locker zu den Akten legen kann. Ohne seine Diana machte sich Thomas Wollinger am Sonntag auf den Weg, um sechs Minuten schneller zu laufen als 2006. Bei ihm ist es wie bei vielen seiner Teamkollegen. Lässt die berufliche Einspannung es zu, den Trainingsplan konsequent durchzuziehen, sind solche Erfolgserlebnisse weiterhin möglich. Seine Zeit bedeutet ebenfalls längst nicht das Ende der Fahnenstange. Unglaubliches berichteten wir auf unseren Seiten immer wieder von Steffen Manfred. Dieses Mal raste er in hohem Tempo mit seinem Babyjogger inclusive Sohn Tim durch die City und ließ sich auch nicht von den Steigungen irritieren. 1:46:59h hätten andere - ohne selbst auferlegte Sonderlasten - gerne auch geschafft.
Unsere Frauenteam stellte insgesamt neun Starterinnen. Erstmals ging Judith Meidhof über die 21,1km-Distanz, animiert und optimal eingestellt durch ihren Christian. Leider konnten wir mangels Daten ihr Sportlerprofil noch nicht veröffentlichen, aber ihre Leistungen sind es inzwischen längst wert, dass man sie der weltweiten Öffentlichkeit preisgibt. Bei der Premiere gleich 1:47:00h ist mehr als in Ordnung. Auf ein Wiedersehen mit Doris John, die sich heuer bei Wettkämpfen rar machte, freuten sich viele. Unsere Fotografen Guido Vongries und Volker Hain erwischten sie auf den ersten Runden zusammen mit Ingrid Höfer, bevor sie dann langsam aber sicher davon zog. Ihnen folgten, immer noch unter der zwei Stunden Grenze, Manuela Jost und Monika Sternberg-Grusdat und den Abschluss bildete am Sonntag Aurelia Santoro. Zwischen dieses weibliche Sextett mogelte sich Ralf Köster und hatte ein schönes Erfolgserlebnis. Gleich hinter Ingrid lief er ein und schaffte so sein erstes und damit bestes HM-Ergebnis. Bei der Aufbereitung der vom Veranstalter angebotenen Ergebnislisten lässt sich ebenfalls eine Menge verbessern. Akzeptieren kann man, dass die Auswertung der Altersklassen erst ab der M40 durchgeführt wird, doch in der Liste der Kreismeisterschaften blickt auch der Fachmann nicht durch. Wir haben in unserer Ergebnisliste das Beste draus gemacht. Iim Bilderalbum liegen 99 Fotos und die einzelnen Sportlerprofile sowie die interne HM-Bestenliste sind schon aktualisiert. Laufreport hat bereits einen Laufbericht online gestellt.

08.10.2007 TSG Kleinostheim unterstützt am Samstag die 17. Michelbacher Herbstläufe
Bei der Terminplanung der diesjährigen Michelbacher Herbstläufe und unseres Süwag Energielaufs lief im vergangenen Jahr einiges aus dem Ruder, denn beide Veranstaltungen fallen auf das gleiche Wochenende. Doch die Verantwortlichen aus den beteiligten Vereinen fanden in díesem vermeintlichen Dilemma schnell eine praktikable Lösung, die alle zufriedenstellen müsste. Da am Sonntag alle verfügbaren Kräfte in die Organisation und Abwicklung unseres Süwag Energielaufs eingebunden sind, fordern wir unsere Athlet(inn)en hiermit auf, sich an den Michelbacher Herbstläufen am kommenden Samstag so weit wie möglich zu beteiligen. Das mittelschwere Bocksbeutelrennen über 10km bildet dort übrigens den Abschluss des erstmals ausgetragenen Kahlgrund Cross Cups. Ferner starten die FSV'ler zusätzlich einen Halbmarathon, der den Marathonis eine letzte Testmöglichkeit anbietet. Unsere Schüler- und Jugendlichen sind ebenfalls herzlich eingeladen, sich an den angebotenen Läufen zu beteiligen. Die Michelbacher werden uns dann im Gegenzug am Sonntag ihre Aufwartung machen.
Im kommenden Jahr 2008 - darauf weisen wir jetzt schon hin - probieren wir mit einem Ortskernlauf am Samstag, 18. Oktober ein neues Format aus. Anlässe bieten die 20. Austragung unseres Oktoberlaufs (heute Süwag Energielauf), das 25. Jubiläum unserer Ausdauersportabteilung sowie das 100-jährige Bestehen der TSG Kleinostheim. In dieses Event integriert werden dann u.a. Staffeln (auch für Firmen), die in besonderer Weise für Laufeinsteiger geeignet sind. Der neue, absolut flache, Rundkurs in der Ortsmitte Kleinostheims, wird selbstverständlich nach den DLV-Regeln vermessen und ist damit bestenlistenfähig. Den neuen Austragungstermin haben wir absichtlich exakt eine Woche vor den Frankfurt Marathon terminiert, um den Marathonis noch den unbedingt notwendigen schnellen Zehner anbieten zu können.

05.10.2007 Berlinmarathon: TSG'ler waren Zeuge des spektakulären Weltrekords
Die befreundete und altbekannte Reisegesellschaft um Jogi Reising, Stefan Melle und Jürgen Hartmann machte mit ihren Familien wieder mal ein verlängertes Wochenende. Diesmal ging es in die Bundeshauptstadt und es lag nichts näher, als den Berlin-Marathon damit zu verbinden. Ursprünglich plante Stefan seinen Einsatz in Berlin, weil er seine Rückenprobleme wieder im Griff hatte, doch dann machte sein Knie nicht mit und Jürgen sprang für ihn ein. Die Berliner Veranstalter sahen sich nicht in der Lage, einen Namenswechsel durchzuführen, deshalb lief Jürgen mehr oder weniger problemlos unter dem Pseudonym Melle. In die offizielle Ergebnisliste fand er deshalb keinen Zugang, doch wir sind so frei und nehmen ihn recht locker - weil überprüfbar - in unsere interne Ergebnisliste einfach auf.
Samstagfrüh reiste die Truppe mit Kind und Kegel per Zug über Hanau nach Berlin, bezog die Hotels und holte auf der Messe die Startunterlagen ab. Das miese Wetter besserte sich bis zum Renntag, es war zwar kühl im Schatten, aber dafür trocken. Jürgen geriet auch noch in eine Polizeikontrolle, hatte weder Führerschein noch Personalausweis oder Fahrzeugpapiere dabei und fuhr im fremden Auto. Der Nachname seines Bekannten fiel ihm nicht ein und selbst der Name auf seiner Startnummer war falsch (da stand ja Stefan drauf). TSG'ler wirken weltweit vertrauenswürdig, deshalb drückten die Beamten beide Augen zu. Der Startschuss fiel um 9.00Uhr. Jogi sortierte sich ziemlich weit vorne ein, sah aber von der Spitze rein gar nix. Trainiert hatte er fleißig, doch ob es für die komplette Marathondistanz reichte, sollte er erst gegen Ende erfahren. Bei idealem Wetter ging er volles Risiko, fand seinen Rhythmus in 4:14min/km und erreichte die halbe Distanz in 1:29:11h. Eigentlich alles im Lot. "Die ganze Zeit suchte ich eine passende Gruppe und wartete, dass sich das Feld verläuft. Aber es blieb die ganze Zeit bis zum Ziel eine große Gruppe, obwohl die Masse der Läufer erst nach mir kam". Nach der ersten Hälfte merkte Jogi bereits, dass seine Beine schwerer wurden - und das war definitiv zu früh. Trotzdem hielt er das Tempo hoch, denn knapp drei Stunden sollten es schon werden. Er quälte sich fast bis Kilometer 35 im geplanten Schnitt durch. Mit nachlassender Kraft meldete sich überflüssigerweise ein ihm bekanntes Leiden im rechten Bein und sein Kopf war auch nicht mehr in der Lage, den Beinen zu sagen, was sie noch zu tun hätten. Also übernahm Jogi selbst wieder das Kommando, reduzierte das Tempo, spürte sogleich nachlassende Schmerzen und entschloss sich, den Rest der Strecke einfach zu genießen. Unmengen von Zuschauern und jede Menge Musikbands heizten die Stimmung an der Strecke an. Die letzten eineinhalb Kilometer "Unter den Linden" und durchs Brandenburger Tor lassen sowieso fast alle Strapazen vergessen, da läuft es fast von ganz alleine. "Kurz vor dem Ziel gabs dann noch ein Highlight für mich, denn Haile Gebrselassie lief gerade seine Ehrenrunde und so nahm ich einen kurzen Umweg in Kauf, um noch mit dem neuen Weltrekordler abzuklatschen". Schliesslich waren es am Ende noch recht ordentliche 3:04:02h und da kann Jogi echt zufrieden sein.
Jürgen hielt seinen Rhythmus bis Kilometer 25. Bis dahin absolvierte er im Schnitt knapp unter 5:00min/km. Dann malträtierte ihn wieder eine Muskelverletzung, die schon einige Tage vor dem Rennen auftrat. Er konnte sein Tempo leider nicht halten und schaltete bald ein paar Gänge runter, so dass am Ende die Uhr bei 3:44:21h stehen blieb. Ausdauersportler erholen sich in einer Bayerischen Wirtschaft am schnellsten. Denn dort trafen sich die Aktiven anschließend mit ihren mitgebrachten Fans, die sie an mehreren Stellen des Stadtrundlaufs lautstark unterstützten. Auch in den folgenden Tagen hatten unsere Freunde noch schöne Erlebnisse. Mit Thomas Gottschalk kamen sie ins Gespräch. Der Weltstar ließ sich sogar für unser Fotoalbum ablichten und schenkte Stefans Sohn Elias einen kleinen Stoff-Eisbären namens Knut. An vielen Berliner Sehenswürdigkeiten sind unsere Teamkollegen am Sonntag auf ihrer 42,2km-Runde vorbeigelaufen, ohne sie richtig wahrzunehmen. Nach diesem unglaublichen Rennen mit 32500 Finishern und über einer Million Zuschauern hatten sie endlich ein paar Tage Zeit, um sich alles etwas langsamer und genauer ansehen zu können. Berlin war eine Reise wert. Hier noch unsere Ergebnisliste mit allen Splitzeiten und eine Fotoserie.

03.10.2007 Einsteigerkurs für Kraulschwimmer beginnt am 26.10 im Vitamar
Das reguläre Schwimmtraining unserer Abteilung beginnt am Freitag, 26.10. Ab 19.30 bis 20.30Uhr wird Claudia Hille, wie angekündigt, den Einsteigerkurs abhalten, der insgesamt über etwa zehn Wochen laufen wird. Danach ist diese Zeit für die Einsteiger als normale Schwimmzeit gedacht. Wer Flossen besitzt, sollte diese mitbringen. Wer sich welche anschaffen muss, sollte die kurzen Finnen kaufen. Klaus, von unserem Ausrüster Main-Ausdauershop in Niedernberg, kann da weiterhelfen.
Von 20.30 bis 22.30Uhr findet das Training für die Fortgeschrittenen statt. Zu Beginn dieses Wintertrainings stehen Technik und kurze Strecken auf dem Programm. Auch hier bitte, soweit vorhanden, Flossen mitbringen. Des weiteren besteht - wie bisher schon - die Möglichkeit, montags von 20.30 bis 21.45Uhr bei den Seniorenschwimmern der TSG Schwimmabteilung mitzuschwimmen. Das Schwimmprogramm für die Montagsschwimmer wird ebenfalls von Claudia erstellt. Gleich zu Beginn des Trainings am 26.10. möchte sie für alle Fortgeschrittenen einen 1000m-Test (Jugendliche) und einen 1500m-Test (Aktive) durchführen und bittet schon heute um pünktliches Erscheinen. Aber bis zu diesem offiziellen Trainingseinstieg können alle, die Lust und Laune haben, freitags ab 19.30Uhr schon schwimmen gehen. Für diese Zeit gibt es jedoch kein Schwimmprogramm. Da die Saison für die meisten Ausdauersportler mehr oder minder beendet ist, wünscht Claudia allen eine gute Erholung und freut sich auf ein zahlreiches Erscheinen am 26.Oktober. Donnerstags wird künftig nicht mehr trainiert!

01.10.2007 Weinheimer Herbstlauf "Rund um den Waidsee" - zweimal Bestzeit
In seiner alten Heimat muss man sich einfach sehen lassen. Oliver Assmus begab sich am Sonntag dorthin, um sich wiedermal in Erinnerung zu bringen. So was macht man am besten mit einem besonders erfolgreichen Auftreten. Bei der Startaufstellung im Weinheimer Sepp Herberger Stadion traf er zufällig seinen Clubkameraden Stefan Günther, der aus seiner alten Heimat (dem Odenwald) hierher auch nur einen Katzensprung zu bewältigen hatte. Unter den anfeuernden Zuschauern befand sich Olivers Mutter, die uns netterweise die Fotos lieferte - sehr praktisch. Das sonnige Wetter sorgte für einen neuen Teilnehmerrekord und ein flacher, asphaltierter Rundweg um den Waidsee bot den Zeitenjägern ideale Vorausetzungen. Von Stefan wissen wir, dass er auf den Frankfurt-Marathon zusteuert und dort seine im Frühjahr in Mainz aufgestellte, aktuelle Bestmarke übertreffen möchte. Wer mehr wissen will, sollte ab und zu in seinen weblog reinsehen. Sein sportliches Tagebuch ist immer up to date. Ob Oliver in diesem Jahr noch einen sportlichen Höhepunkt ansteuert, ist mir nicht bekannt. Seine in Weinheim gezeigte Laufleistung deutet allerdings stark darauf hin. Im Feld der 157 Finisher lief er bis auf Platz elf vor. Obwohl er in 1:22:53h eine neue persönliche Bestzeit erzielte, war er nicht sonderlich zufrieden, denn: "ich wollte eigentlich unter 1:20h laufen und habe meine Zielzeit somit um drei Minuten verfehlt". Einen solchen Sprung nach vorne plant man nicht so aus dem Handgelenk. Solche Ziele setzt man sich, wenn man glaubt, es drauf zu haben. Wer aber weiß, dass Oliver am Tag zuvor beim Training im Spessart 27 Kilometer abspulte, findet relativ schnell eine Erklärung. Sei's drum, der nächste HM steht vor der Tür.
Sich selbst überraschte Stefan mit einer ansprechenden Leistung. Er plante auf dem Kurs über drei Runden ein langsames Angehen mit einer Steigerung auf den letzten sechs Kilometern. Diese Greifsche Trainingsvariante packen unsere Marathonfreaks gerne in ihre langen Läufe. Am Ende sollten mindestens 1:35h stehen. "Die ersten 10km liefen bei diesem tollen Wetter einfach super", erzählte Stefan danach. Kein Wunder, er lief ja auch tatsächlich in gemäßigtem Tempo an. Nach der Hälfte der Strecke merkte er dann, dass der Spaß am Lauf spürbar zunimmt, wenn man plötzlich dabei ist, permanent Läufer einzusammeln. Seine Beine waren gut, der Trainingszustand scheint zu stimmen. Als er auf die Uhr schaute und zu rechnen anfing, wusste er, dass heute ein guter Tag ist. Er konnte nochmal Gas geben. Sein gestecktes Ziel hatte er längst klar im Visier und alles was jetzt kam, waren Zugaben. Am Ende hielt die Stoppuhr 1:32:03h fest, eine neue Bestzeit, Platz 36 insgesamt und dritter Platz seiner Altersklasse. Hier die interne Ergebnisliste.